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Archiv 2023

Widerstand erfolgreich! Geplante K√ľrzungen des Kinder- und Jugendplans verhindert

Von Patrizia Falk ‚Äď Sie absolviert das FSJ-Politik im Stadtjugendring und demonstrierte am 20. September in Berlin gegen die geplanten K√ľrzungen.

Es waren massive K√ľrzungen des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP), der Freiwilligendienste sowie der politischen Bildung im Haushaltsentwurf der Bundesregierung f√ľr das kommende Jahr geplant. Nachdem tausende am Weltkindertag gegen die K√ľrzungen auf der Stra√üe und in den Gespr√§chen mit den Politiker*innen protestiert haben, konnten in einem ersten Schritt die Einsparungen im KJP abgewendet werden. Doch was genau ist der KJP und warum betreffen uns K√ľrzungen auch auf kommunaler Ebene?

KJP und Jugendverbandsarbeit

Der Kinder- und Jugendplan (KJP) ist das zentrale F√∂rderinstrument der Jugendverbandsarbeit auf Bundesebene. √úber den KJP werden zentrale Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit gef√∂rdert und bildet somit eine Strukturf√∂rderung f√ľr Bildungsh√§user, p√§dagogisches Fachpersonal, au√üerschulische Bildungseinrichtungen, internationale Jugendbegegnungen und andere Bereiche der Kinder- und Jugendarbeit.

Genau diese Orte der Jugendverbandsarbeit sind ausschlaggebend f√ľr das Leben von uns jungen Menschen. Dort lernt man, sich einer Gemeinschaft verbunden zu f√ľhlen, bei demokratischen Prozessen mitzuentscheiden und, sich als wichtigen Teil unserer Gesellschaft zu begreifen. Vor allem unterst√ľtzen die hauptamtlichen Bildungsreferent*innen auf Bundes- und Landesebene die Kinder- und Jugendarbeit, erstellen Brosch√ľren, Schulungsmaterial oder stehen uns jungen Menschen mit gutem Rat und Tat zur Seite. Fehlen diese Personen, durch die geplanten K√ľrzungen, geht diese Unterst√ľtzung und das Wissen verloren oder werden auf kommunaler Ebene ersetzt werden m√ľssen.

Druck auf die Freiwilligendienste

Auch im Freiwilligendienst stehen geplante K√ľrzungen bevor: Diese K√ľrzungen betragen rund 24 Prozent, wodurch in FSJ-, F√ĖJ- und BFD-Diensten bis 2025 jede 4 Stelle wegfallen w√ľrde. Auch dies ist f√ľr die Jugendverbandsarbeit dramatisch, da hierdurch jungen Menschen verwehrt wird, sich zu engagieren und in unterschiedlichen Bereichen Erfahrungen zu sammeln.

Die Demo in Berlin

Am Weltkindertag, den 20. September, versammelten sich Kinder- und Jugendverb√§nde und Freiwillige aus ganz Deutschland auf den Stra√üen Berlins, um gemeinsam gegen die geplanten K√ľrzungen zu demonstrieren. Am Berliner Hauptbahnhof startete die Demonstration ihren Weg durch das Regierungsviertel. Symbolisch zerplatzen dann am Potsdamer Platz mehr als 1.000 Luftballons, wie die Zukunft von jungen Menschen durch die K√ľrzungen zum Platzen gebracht wird.

Mit dem Verlauf der Demonstration wandelte sich die Menge: W√§hrend die Mitglieder der Kinder- und Jugendverb√§nde gr√∂√ütenteils weiterzogen, stie√üen etliche Absolvierende von Freiwilligendiensten hinzu. Etwa 1.200 Freiwilligendienstler*innen demonstrierten gemeinsam unter dem Motto ‚ÄěK√ľrzt uns nicht weg‚Äú. Die Versammlung endete mit einer Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor.

Entwurf des Bundeshaushalts

Die Bundesregierung hat am 5. Juli einen Entwurf f√ľr den Haushalt des kommenden Jahres ver√∂ffentlicht, welcher eine K√ľrzung von rund 19 Prozent im KJP, rund 24 Prozent bei den Freiwilligendiensten und zus√§tzlich bis zu 25 Prozent in der politischen Bildung vorsah. Und das, obwohl im Koalitionsvertrag eine ‚Äěbedarfsgerechte Ausstattung‚Äú aller Bereiche versprochen wurde. Durch die K√ľrzungen w√ľrde es sowohl zu massiven Einschr√§nkungen verschiedener Vereine als auch zu Schlie√üungen von ganzen Einrichtungen kommen.

Der Druck wirkt ‚ÄĒ Am Mittwoch, den 11. Oktober 2023 hat der Haushaltsausschuss die im Regierungsentwurf vorgesehenen K√ľrzungen des KJPs f√ľr die Jugendverbandsarbeit zur√ľckgenommen.

Die Jugendverb√§nde werden auch 2024 mit zus√§tzlichen drei Millionen Euro gef√∂rdert. Somit werden 2024 insgesamt knapp 34 Millionen Euro f√ľr die Jugendverbandsarbeit zur Verf√ľgung gestellt. F√ľr die Freiwilligendienste und politischen Bildung ist der Kampf aber noch nicht gewonnen und wir halten den Druck aufrecht.

Der Haushaltsausschuss beschlie√üt final am 16.11.2023 √ľber den ‚Äěbereinigten‚Äú Haushaltsentwurf. Voraussichtlich wird am 01. Dezember 2023 im Parlament √ľber das finale Haushaltsgesetzt abgestimmt.

16.10.2023

Stellenausschreibung Referent*in f√ľr √Ėffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

Wir suchen zum 01.01.2024 oder sp√§ter in Leipzig eine*n Referent*in f√ľr √Ėffentlichkeitsarbeit und Kommunikation (m/w/d). In unserem Team wird leider die Stelle frei und wir freuen uns √ľber zahlreiche Bewerbungen bis zum 05.11.2023. Die Stelle umfasst 32/h und ist zeitlich unbefristet. Alle weiteren Informationen und Anforderungen findet ihr in der ausf√ľhrlichen Stellenausschreibung

Hier findest Du die gesamte Stellenausschreibung. (pdf, 0,16 MB)

Der 42. Quarterly des Stadtjugendrings ist veröffentlicht

Der dritte Quarterly des Jahres und schon der 42. des Stadtjugendring Leipzigs ist erschienen. Euch erwarten neben zahlreichen Berichten von Fahrten und Sommerlagern auch eine spannende Analyse, inklusive Demo-Erfahrungsbericht von Patrizia, zu den geplanten K√ľrzungen des Kinder- und Jugendplans. Au√üerdem verabschiedet Hannah sich nach vier Monaten Praktikum und Patrizia bekommt als neue FSJlerin Gelegenheit sich vorzustellen.

Viel Spaß beim Lesen!

Hier geht es zur aktuellen Ausgabe.

29.09.2023 #Quarterly