Barcamp der Jugendverbände und Corona? Für uns kein Problem!

WIRksam durch die Krise

Jugendverbände können erfolgreich Krisen bewältigen.
Das zeigt sich im verantwortungsvollen Umgang mit der Corona-Pandemie.
Das zeigt sich in den Angeboten im digitalen und analogen Alltag junger Menschen.
Das zeigt sich in den täglichen Herausforderungen eurer Vereine und Verbände - von Wahlen bei Mitgliederversammlungen bis hin zur Bearbeitung von Förderanträgen.

Wir haben beschlossen, uns von den weiterhin andauernden coronabedingten Einschränkungen nicht unser inspirierendes Barcamp der Jugendverbände nehmen zu lassen

So wurde der fünfte Fachtag der Jugendverbandsarbeit in Leipzig in dem »Online-Konferenztool „gather.town“ ermöglicht. Mithilfe von Avataren konnten sich die Teilnehmenden in selbst gestalteten virtuellen Räumen begegnen, besprechen und vernetzen. Der Jugendclub Juventus hat mit der Idee und der Umsetzung von „gather.town“ unseren Fachtag dieses Jahr zu etwas ganz besonderem gemacht. 

Mehr als 35 Menschen zwischen 17 und 47 Jahren haben dabei am Samstag, den 27. Februar 2021 ihre Avatare über die Bildschirme flitzen lassen und in unterschiedlichen Sessions ihre Ansichten, Ideen und ihr Wissen miteinander geteilt. Besonders bereichernd war dieses Jahr erneut die Mischung und die Vielfältigkeit unserer Mitgliedsvereine sowie Teilnehmenden aus Politik und Stadtverwaltung.

Nach einem ersten Erkunden der virtuellen Räume und der Begrüßung durch unsere Vorstandsvorsitzende Dorit Roth begleitete die Moderation, übernommen von Kristin Narr, uns schwungvoll durch die Sessionplanung, die kleine Pause und die Abschlussrunde.

Die Verbindung der Plattform „gather.town“ mit Zoom-Konferenzen gelang problemlos

Insgesamt gab es zwei Sessionphasen von je 45 Minuten. Dabei trafen sich die Interessierten jeweils in dafür vorbereiteten Zoomräumen und konnten sich hier in kleineren Gruppen besprechen und austauschen.

Vielfältige Themen bereicherten den Vormittag

Auch dieses Jahr gab es spannende Themen und inspirierende Impulse. Der CVJM hat gemeinsam mit den Stadträt*innen Christina März (SPD Fraktion), William Rambow (die Linke) und Quentin Kügler vom Jugendparlament einen Einblick in politische Gremien gewährt. Die Teilgebenden konnten hier viel Spannendes über politische Arbeit, Parteifindung und politische Werdegänge erfahren und die Politiker*innen direkt befragen.

Die Sportjugend Leipzig lud zum Arbeits- und Erfahrungsaustausch zu dem für uns wichtigen Thema Kinder- und Jugendschutz ein. Hier ergab sich der Schwerpunkt zu einem regen Austausch zu Führungszeugnis, Arbeitsgruppen zum Kinderschutz und Handlungspraktiken innerhalb der Verbände.

Die Session zu „Datenschutzkonformen Kommunikationstools - aus der Praxis“ mit Benny Klingbeil setzte wichtige Impulse zum korrekten datenschutzkonformen Arbeiten und konnte so Hemmschwellen zu weiteren Onlineangeboten abbauen.

Der Beitrag der Pfadfinder*innen vom Stamm Leo fand besonders viel Anklang. Hier brachte Madde einen spannenden und zugleich witzigen Beitrag zum Thema „Kontakt halten im Lockdown und Spaß dabei“ ein. Nach anfänglicher Fotochallenge und Namenraten gab es tolle Ideen um trotz Lockdown und eingeschränkten Möchlichkeiten mit den Kindern aktiv zu werden und im Austausch zu bleiben. Die wirklich vielfältigen Ideen könnt ihr hier im »Padlet nachlesen. 

Außerdem konnte mit dem Jugendclub Juventus einiges über das Tool „gather.town“ gelernt werden und Jan Sommer vom Jugendamt der Stadt Leipzig brachte einen wichtigen Beitrag zum Thema „Ohne Moos nix los“ – Förderpraxis Jugendverbandsarbeit. Auch hier stellen wir euch die »Übersicht zur Förderung der Jugendverbandsarbeit des Jugendamtes gerne als Download (PDF, 400 KB) zur Verfügung.

Nach dem offiziellen Teil wurde „gather.town“ von einigen noch zur virtuellen Spielewelt wobei in zwei Teams Wörter gezeichnet und von den anderen erraten werden mussten. 

Insgesamt sind wir von unserem ersten digitalen Barcamp mehr als begeistert. Es war eine spannende Mischung aus Teilgebenden lokaler Akteur*innen, Gästen aus dem Bundesgebiet, der Politik und Funktionsträger*innen. Es gab einen vielfältigen Austausch, spannende Gespräche und lustige Spielereien.

Auch, wenn wir hoffen, dass bald wieder persönliche Treffen möglich sind, sind wir für weitere digitale Fachtage gewappnet und bringen euch weiterhin miteinander in Kontakt.

Was ist ein Barcamp?

Das Barcamp ist ein offenes Veranstaltungsformat, deren Inhalt von euch selbst zu Beginn der Veranstaltung entwickelt und festgelegt wird. Das Barcamp dient dem Austausch auf Augenhöhe. Wir sind vor Ort digital vernetzt, wobei alle Plattformen auch nach dem Barcamp genutzt werden können, um an den Themen dran zu bleiben.

Ihr seid der Mittelpunkt. Spontan, kreativ und eigenverantwortlich könnt Ihr eure Sichtweisen einbringen. Wir stellen die Struktur, den Ort und die Zeiteinteilung – ihr die Inhalte.

Gemeinsam auf Augenhöhe.

Es gibt keine Aufteilung nach Referent*innen und Zuhörer*innen. Alle können sich einbringen und vor Ort mitentscheiden, was besprochen wird. So wird das Barcamp zu einer „Mit-Mach-Konferenz“. Es gibt keine Hierarchien oder besonderes Wissen, sondern jede Begegnung findet auf Augenhöhe statt.

Alles kann passieren.

Erst am Veranstaltungstag entscheiden die Anwesenden final über das Programm und an welcher Session sie dabei sein möchten. Dafür gibt es verlässliche Strukturen mit ausreichend Räumen und Zeit für die Sessions. Die Programmpunkte finden parallel und nacheinander statt.

Mitbestimmung und Mitwirkung.

Das Barcamp setzt auf Selbstorganisation und Improvisation vor Ort. Die Anwesenden bestimmen selbstständig und gemeinsam die Themen, die sie bearbeiten wollen und wirken dabei mit. So wollen wir Wissen und Erfahrung zusammenbringen.

Wir sind vernetzt.

Der Einsatz digitaler Werkzeuge hat eine wichtige Bedeutung. So können Ergebnisse und Wissen geteilt werden und stehen danach weiter zur Verfügung. Persönlich vor Ort, in den sozialen Medien und durch die digitalen Werkzeuge wollen wir alle Anwesenden miteinander vernetzen.

Was ist eine Session?

Die Sessions sind die einzelnen Programmpunkte, die auf dem Barcamp angeboten werden. Das können Diskussionen, offenen Fragen, Vorträge oder Praxis- und Erlebnisworkshops sein.
 
Zum Beginn eines Barcamps gibt es bereits einige Ideen und Themen, die vor Ort durch die Anwesenden ergänzt werden. In einem ersten Beitrag stellt jede*r, die oder der selbst eine Session einbringen möchte, das Thema, die Frage oder das Anliegen vor.

Eine gute Tradition von Barcamps: Wer zum ersten Mal bei einem Barcamp dabei ist, sollte am besten selbst eine Session einbringen, um das Format besser kennenzulernen. Allerdings ist das natürlich kein Muss.

Haben alle Anwesenden einen guten Überblick über die angebotenen Sessions, wird abgefragt wie viele Personen an den einzelnen Sessions teilnehmen möchten.

Der Gastgeber des Barcamps entscheidet daraufhin, ob und in welchem Raum er diese Session anbietet. Die Sessions finden dann parallel und nacheinander statt.