Klartext liebe Kandidierende zur Landtagswahl 2019

Lerne die Kandidierenden zur Landtagswahl 2019 kennen und lass sie für dich grillen! Gib ihnen deine Wünsche und Ideen für die nächste Wahlperiode mit, während du mit den zukünftigen Abgeordneten ins Gespräch kommst.

Eintritt frei!
Datum: Dienstag, 27.08.2019, 17 Uhr
Ort: Volkshochschule Leipzig, Löhrstraße 3 - 7, 04105 Leipzig

Das Klartext ist ein Angebot der politischen Bildung in Kooperation der Volkshochschule Leipzig, dem Quartiermanagement Paunsdorf und dem Stadtjugendring Leipzig e.V. und richtet sich an Kinder und Jugendliche aus unserer Stadt.

#dannwaehldoch – Themen, die für dich im Landtagswahlkampf wichtig sind

Am 1. September 2019 ist Landtagswahl in Sachsen. Aber oft ist es gar nicht so leicht, zu entscheiden, wen man wählen wird.

Dabei können dir Wahlprüfsteine helfen – Die Poltische Graswurzel des Kinder- und Jugendrings Sachsen hat gemeinsam mit jungen Menschen aus Sachsen Wahlprüfsteine gesammelt. Alle Fragen und Antworten können bei #dannwaehldoch und hier bei uns nachgelesen werden.

Jugendpolitik

Was unterscheidet sie eigentlich von anderen Parteien? Wofür stehen Sie in der Jugendpolitik?

DIE LINKE
Wir stehen für eine Jugendpolitik, die nicht auf Bevormundung und Gängelung, sondern auf Ermöglichung und Selbstbestimmung setzt. Wir werden das Wahlalter senken und die Einrichtung von Kinder- und Jugendparlamenten vorantreiben. Als soziale Kraft in Sachsen meinen wir, dass niemand wegen des Elternhauses oder einem geringen Einkommen ausgeschlossen werden darf. Die Nutzung von Sportstätten soll für Kinder und Jugendliche entgeltfrei sein. Auch ein kostenfreies Bildungsticket für SchülerInnen und Azubis werden wir einführen.

SPD
Jugendliche sind für uns Gestalter und nicht nur „Betroffene“ von Politik. Junge Menschen sollen ihre und unsere Zukunft mitgestalten. Das wollen wir mit ihnen gemeinsam erarbeiten. Deswegen haben wir jetzt schon die Kinder- und Jugendbeteiligung gestärkt und die Ansätze für eine eigenständige Jugendpolitik geschaffen. Und auch deswegen wollen wir das Wahlalter absenken. Eine Jugendpolitik, die junge Menschen stark macht, braucht gute und starke Strukturen, die dafür ausreichend Geld bekommt.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
GRÜNE Jugendpolitik stellt die Stärken und Interessen junger Menschen in den Mittelpunkt. Junge Menschen sollen nicht nur mitreden, sondern auch mitentscheiden können. Denn sie haben ein Recht darauf, vor allem wenn es um ihre Belange geht. Uns geht es dabei um viel mehr, als die Frage nach dem Wahlalter. Die großen Zukunftsfragen wie der Klimaschutz, die Verkehrswende oder die digitale Bildung betreffen eben vor allem junge Menschen. Auch in einer alternden Gesellschaft müssen junge Menschen mit ihren Zielen und Interessen Gehör finden.

CDU
Für die Sächsische Union stehen auch in der Jugendpolitik Freiheit und Verantwortung im Mittelpunkt. Gerade in der Jugend soll man seine Talente und Fähigkeiten entwickeln und austesten können. Dort, wo junge Menschen in Sachsen vor Problemen stehen, wollen wir ihnen bei deren Lösung helfen. Wir schreiben jungen Menschen nicht vor, wie sie zu leben haben – das unterscheidet uns von anderen Parteien. Wir wollen Jugendliche befähigen, eigenverantwortlich und verantwortungsbewusst zu handeln. Dazu sind neben der Erziehung durch die Eltern auch eine gute schulische Bildung und ein breites Angebot der Jugendarbeit von großer Bedeutung.

FDP
Wir wollen im Bereich der Jugendpolitik Freiräume schaffen, um selbst Verantwortung zu übernehmen, d.h. weiter Projekte so dezentral wie möglich unterstützen. Wir setzen uns dort für Jugendbeteiligung ein, wo es auch Sinn macht, damit Jugendpartizipation kein Selbstzweck ist. Bei der Jugendarbeit sehen wir uns insbesondere als Partner von Jugendarbeit in freier Trägerschaft, der mit Planungssicherheit dem Freistaat und den jeweiligen Jugendämtern viel Arbeit abnimmt.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Polizeigesetz

Wir fürchten, die extrem vereinfachten Bedingungen für die Abhörung von Telefon und Handy oder verdachtsunabhängige Personen- und Ausweiskontrollen werden Jugendliche besonders treffen. Wir halten uns eben viel im Freien auf und sind oft in Gruppen unterwegs. Wie können Sie sicherstellen, dass wir nicht in unseren Grundrechten eingeschränkt werden?

DIE LINKE
Die beste Möglichkeit sicherzustellen, dass niemand in seinen oder ihren Grundrechten eingeschränkt wird, ist: keine Grundrechte-einschränkenden Gesetze zu erlassen. Im Gegenteil: Der aktive Schutz der Grundrechte muss ausgebaut werden. Statt eines Staates, der mit immer neuen Methoden seine Bürgerinnen und Bürger überwacht, wollen wir, dass die Menschen den Staat kontrollieren können. Das heißt z. B. konkret: Kennzeichnungspflicht für PolizeibeamtInnen, Informationsfreiheitsrechte und mehr Transparenz über Lobbyismus.

SPD
Die Überwachung von Telefon- und Handyverbindungen bezieht sich ausschließlich auf die Verhinderung von Straftaten von erheblicher Bedeutung (z. B. Raub, Mord, Terrorismus) und darf ausschließlich auf richterliche Anordnung angewendet werden. Das ist aufgrund neuer Kriminalitätsphänomene leider notwendig. Gleichzeitig haben wir aber tiefgreifende Einschränkungen der Grundrechte, wie den Einsatz von Staatstrojanern, eine Quellen-TKÜ oder die Onlinedurchsuchung von Computern verhindert. Es darf keinen Generalverdacht geben. Freiheitsrechte sind zu schützen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Eure Befürchtung ist zutreffend. Im grenznahen Raum, an sog. gefährlichen Orten, die die Polizei einfach festlegen kann, kann die Polizei jederzeit und ohne Grund Personen anhalten, den Ausweis verlangen und durchsuchen. Von der Handy-Überwachung in Sachsen könnten alle betroffen sein. Dafür braucht es nicht mal einen Straftatverdacht. Wir GRÜNEN können leider nicht sicherstellen, dass nicht in Eure Grundrechte eingegriffen wird. Wir wollen aber gegen das Polizeigesetz klagen und erreichen, dass die verfassungswidrigen Teile des Gesetzes nicht angewendet werden.

CDU
Die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger sind für uns zentral. Deshalb sind die Voraussetzungen für eine präventive Telefonüberwachung im neuen Polizeigesetz sehr hoch. Bevor Daten überhaupt erhoben werden können, muss zum Beispiel ein Richter dies erst einmal anordnen. Das Recht der Polizei zur verdachtsunabhängigen Personen- und Ausweiskontrolle bedeutet nicht, dass jede Person an einem Kontrollort auch kontrolliert wird. Kinder- und Jugendliche sind hier in besonderer Weise geschützt. Je nach Zweck kann es zum Beispiel geboten sein, Kinder und Jugendliche überhaupt nicht zu kontrollieren. Aber natürlich müssen sich auch Kinder und Jugendliche an Gesetze halten.

FDP
Zunächst einmal sind unsere Gerichte ein guter Schutzwall vor Bürgerrechtseingriffen. Sollte es vor Ende der Legislatur kein neues Polizeigesetz geben, werden wir uns als Freie Demokraten zur Aufgabe machen, das Polizeigesetz selbst neu mitzugestalten. Die Bürgerrechte der Menschen haben dabei höchste Priorität. Im Bereich der Überwachung bedeutet mehr Kontrolle nicht automatisch mehr Sicherheit, sondern insbesondere mehr Aufwand und mehr Angriffspunkte für Hackerangriffe. Der bisherige Gesetzentwurf ist daher für uns nicht tragbar.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Räume für junge Menschen

Es gibt für Jugendliche zu wenige Räume oder Treffpunkte die sie unkompliziert nutzen können, um sich frei zu entfalten. Wir müssen darum auf öffentliche Plätze wie z.B. Parkplätze, Spielplätze oder Einkaufzentren ausweichen.
Wie und wo ermöglichen Sie uns mehr Freiräume?

DIE LINKE
Wir setzen uns in den Gemeinden dafür ein, dass keine Jugendclubs geschlossen werden – und dass dort, wo es keine gibt, welche aufgemacht werden. Wir werden flächendeckend Orte der Begegnung erhalten und wieder ausbauen (Jugendtreffs, soziokulturellen Zentren, Kultur- und Vereinshäuser).
Klar ist: Dafür muss das Land Sachsen ausreichend Geld zur Verfügung stellen.

SPD
Räume, die von Jugendlichen selbst gestaltet und verwaltet werden, bieten große Chancen für die individuelle Entwicklung. In diesen Räumen brauchen wir aktive Jugendarbeit. Wir wollen deshalb einen „PAKT FÜR DIE JUGEND“. Diese Vereinbarung zwischen Land und Kommunen soll die Förderung der Kinder und Jugendarbeit für mindestens 5 Jahre festschreiben und damit weniger Bürokratie, bessere Arbeitsverträge und vor allem Kontinuität im Vertrauensverhältnis zwischen den Jugendlichen und Jugendarbeitern ermöglichen. Dieser muss gleichzeitig ein „PAKT MIT DER JUGEND“ sein, indem Jugendliche bei der Gestaltung der Ziele beteiligt werden.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Bei der Suche nach neuen FREI-Räumen kann der Jugendclub um die Ecke nicht die einzige Antwort sein. Wir wollen junge Menschen ermutigen, ihre Ideen selbst umzusetzen, zum Beispiel in selbstverwalteten und selbstgestalteten Projekten. Jugendforen sollen über die Verteilung von Geld demokratisch mitentscheiden können. Und Jugendarbeit sollte mehr „online gehen“, Menschen im Netz mit ihren Ideen zusammenbringen und dabei unterstützen, in der realen Welt gemeinsam Neues zu schaffen. Junge Menschen sollen sich Freiräume zurückerobern können durch die Umgestaltung von Spielplätzen oder mobile Jugendtreffpunkte.

CDU
Junge Menschen kommen an ganz unterschiedlichen Orten zusammen: In der Schule, in Sportvereinen, in Jugendfeuerwehren, in den zahlreichen Musikgruppen aller Art, in vielen anderen ehrenamtlichen Vereinen und – auch politischen – Initiativen. Aber natürlich braucht es auch andere Einrichtungen, zum Beispiel solche der Jugendhilfe. Für solche Investitionen haben wir gerade nochmal mehr Mittel zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig gewährleisten wir über die Jugendpauschale, dass Angebote der Jugendarbeit in allen Teilen Sachsens erhalten werden können.

FDP
Mehr Freiräume wollen wir durch die Stärkung kommunaler Projekte. Daher muss Jugendarbeit dezentral organisiert und unterstützt werden. Unterstützung verdienen dabei besonders Projekte, die aus Eigeninitiative entstehen. Bezüglich der Räumlichkeiten sind insbesondere die Kommunen gefragt. Wir sehen zudem mobile und offene Jugendarbeit als besondere Multiplikatoren auch im Austausch zwischen Jugendlichen und der “erwachsenen” Gesellschaft.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Cannabis-Legalisierung

Viele Jugendliche kiffen in ihrer Freizeit hin und wieder. Wie stehen Sie zur Legalisierung von Cannabis?

DIE LINKE
Wir sind sehr dafür – schon lange. Erstens zeigen weltweit Beispiele, dass es funktioniert. Zweites ist die bisherige gesetzliche Regelung (Alkohol erlaubt, Cannabis verboten) schlichtweg unlogisch. Drittens soll die CDU mal ihre Base chillen.

SPD
Ja, wir sind für eine Legalisierung. Aber: Der Konsum von Cannabis ist gesundheitsschädlich, das Verbot hat sicher allerdings als unwirksam erwiesen. Wir wollen besser aufklären und den Anbau, Vertrieb und Verarbeitung unter strenge staatliche Kontrolle stellen. Durch die Legalisierung von Cannabis wollen wir es den Dealern harter Drogen gleichzeitig schwerer machen und die Strafverfolgung auf harte Drogen wie Crystal konzentrieren.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Für Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, ist es besonders problematisch, wegen kleinerer Mengen Cannabis eine Strafanzeige zu bekommen. Deshalb wollen wir den straffreien Eigengebrauch von Cannabis auf 15 Gramm erhöhen. Wir kämpfen im Bundestag für ein Cannabiskontrollgesetz, das eine kontrollierte Abgabe ab 18 Jahren erlaubt. In Cannabisfachgeschäften soll über Inhaltsstoffe, Konzentration der Wirkstoffe und die Qualität informiert werden. Das schützt Konsument*innen vor dem unberechenbaren THCGehalt in Schwarzmarktprodukten.

CDU
Eine Legalisierung von Cannabis lehnen wir ab. Der Konsum von Cannabis kann schwerwiegende Folgen für die Konsumenten (bspw. das Auftreten von Psychosen) und für die Gesellschaft haben, die nicht verharmlost werden dürfen.

FDP
Wir setzen uns für die Legalisierung von Cannabis ab 18 Jahren ein. Dies ermöglicht eine offene Kommunikation über die Risiken des Konsums, gibt mehr Spielräume für Prävention und schafft Sicherheit, indem es Gefahren zum Beispiel durch gestreckte Produkte nimmt. Man nimmt Dealern zudem Einkommensquellen und die Steuerungsmöglichkeiten der Marktpreise liegen nicht mehr in deren Hand.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Gewalt- und Drogenprävention

Drogen- und Gewaltpräventionsangebote durch Polizeibeamt*innen in Schulen erreichen offenbar nicht alle Jugendlichen.
Welche alternativen zeit- und altersgemäßen Angebote und Maßnahmen im Bereich Prävention können Sie schaffen?

DIE LINKE
Das beste Mittel gegen einen missbräuchlichen Umgang mit Drogen ist Aufklärung und gesunder Menschenverstand. Tollkirschen und Fliegenpilze sind nicht verboten – und werden trotzdem fast nie konsumiert. Um gute Präventionsarbeit machen zu können, muss diese von Menschen übernommen werden, die Bescheid wissen, ehrlich und glaubhaft sind. Suchtexperten aber auch SozialarbeiterInnen sind da oft besser geeignet als Polizeibeamte.

SPD
Auch wenn die Präventionsarbeit der Polizei sehr wichtig ist, wollen manche schlicht nicht mit ihnen über Ängste und Sorgen sprechen. Das Ziel ist, Jugendliche auf Augenhöhe anzusprechen, dort wo sie ihre Zeit verbringen – in ihren Vierteln, Parks, Clubs und auf Festen. Präventionsarbeit heißt für uns auch, dass es überhaupt erst mal genügend Freizeitangebote gibt, sodass junge Menschen sich als Teil einer Gruppe fühlen, ohne Alkohol und Drogen. Damit das alles auch möglich ist, müssen wir in der Landespolitik ausreichend Geld für Sozialarbeit und für Sport-, Kultur-, Kunst- und Tanzvereine bereitstellen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Die Polizei muss bei der Sucht- und Drogenprävention deutlich besser aus- und fortgebildet werden. Das Ziel muss Aufklärung sein, nicht Abschreckung, denn die ist meist wirkungslos. Die schulische Drogenprävention und -aufklärung soll bereits in den Klassenstufen 5 und 6 beginnen, muss aber auch in der Jugendhilfe und der Schulsozialarbeit eine größere Rolle spielen. Das Einstiegsalter bei legalen Drogen und illegalen Substanzen wie Crystal liegt mitunter schon bei 12 Jahren. Wir wollen mehr Präventionsteams in Schulen, die Gesundheit fördern und z.B. im Umgang mit Leistungsdruck helfen.

CDU
Drogen- und Gewaltprävention über Schulen sind ein wichtiger Baustein bei allen Präventionsvorhaben. Daneben ist es aber nötig, gesellschaftliche Gruppen stärker in die Präventionsarbeit zu integrieren und damit die Akzeptanz von Prävention noch weiter zu stärken. Zu diesen Zweck haben wir beispielsweise die „Allianz Sichere Sächsische Kommunen“ ins Leben gerufen, in der Kommunen, Freistaat, Polizei, gesellschaftliche Gruppen und Bürger zusammenarbeiten.

FDP
Alternative Angebote können beispielsweise Erfahrungsberichte von Betroffenen sein. Diese schrecken ab. Dazu sollte es eine umfassende Aufklärung auch über die Inhaltsstoffe sowie über die besonderen Gefahren beim Konsum insbesondere hinsichtlich der Besonderheiten in der Szene geben. Drogen- und Suchtberatung gehört nicht irgendwo in ein Amt oder zwingend ins Klassenzimmer, sondern kann viel besser über Streetwork sowie den Besuch eines Museums (z.B. Körperwelten) oder einer Suchtklinik erfolgen.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Schule fürs Leben

Viele Schüler*innen wünschen sich mehr praxisbezogenes Wissen, das sie auf das selbstständige Leben vorbereitet. In den Bereichen Mietsachen, Steuererklärung, Versicherungen vermittelt Schule nicht genug Wissen.
Wie schätzen Sie die Schüler*innenorientierung sächsischer Lehrpläne ein?
Wie sollen Schüler*innen oder Schulabsolvent*innen in die Lehrplangestaltung miteinbezogen werden?

DIE LINKE
Politische Bildung ist in Sachsen im Bundesländervergleich unterdurchschnittlich vertreten. Wir werden den Anteil politischer Bildung erhöhen. Themen wie Klimaschutz sollen auch ganz praktisch Einzug in die Schule halten durch Ernährungsbildung, Schulküchen und -gärten. Wir streben zudem eine Erweiterung des praktischen Unterrichts in den Schulen an, um das Interesse am Handwerk zu wecken. Demokratie muss in der Schule alltäglich gelebt werden. Wo immer möglich, müssen SchülerInnen in die Planung von Unterrichtsvorhaben einbezogen werden.

SPD
Wir wollen einen praxisbezogenen Unterricht. Eine Einführung in die Flächenberechnung kann man theoretisch an der Tafel im Klassenzimmer machen, oder praktisch erfahrbar auf dem Schulhof. Wir halten eine bessere praxisorientierte Wissensvermittlung für möglich und wollen auch unter diesem Aspekt alle Lehrpläne überarbeiten. Dabei sollen neben den Lehrkräften und der Wissenschaft sowohl die Schüler*innen als auch Erwachsene aus praktischen Berufen in der Wirtschaft und im Sozialwesen einbezogen werden.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Die sächsischen Lehrpläne orientieren sich nur unzureichend an der Lebenswelt der Schüler*innen, sind zu starr und detailliert. Dabei definieren die bundesweiten Bildungsstandards in ausreichendem Maße, welche Kompetenzen die Schüler*innen für welchen Abschluss haben müssen. Wir wollen mehr individuellen und pädagogischen Freiraum ermöglichen, wie dieses Ziel im Einzelnen erreicht wird. Die Arbeit der Lehrplankommissionen muss transparenter werden. Neben Lehrer*innen und Fachberater*innen sollten dabei auch Schüler*innen bzw. Schülervertretungen stärker als bisher beteiligt werden.

CDU
Mehr praxisbezogenes Wissen stellt auch für die CDU eine sinnvolle Weiterentwicklung des Unterrichts dar. Es ist aber die vorrangige Aufgabe der Eltern, ihre Kinder auf das Leben und konkrete Entscheidungssituationen wie Mietverträge, Steuerangelegenheiten und den Abschluss von Versicherungen vorzubereiten. Zudem stehen heutzutage den Kindern und Jugendlichen eine Vielzahl von Informationsquellen zur Verfügung – zum Beispiel im Internet. Im Unterricht sollten deshalb zwar derartige Alltagsituationen beinhaltet sein und dem Schüler für sein späteres Leben vermittelt werden. Der Unterricht ersetzt jedoch nicht die Inanspruchnahme von Erfahrungen der Eltern oder speziell ausgebildeter Fachleute.

FDP
In den sächsischen Schulen sollte auf jeden Fall mehr Praxisbezug einziehen. Das wollen wir durch eine Stärkung des GRW-Unterrichts erreichen. Die Schüler sollten über das Feedback von Schülergremien bei der Erarbeitung der Lehrpläne einbezogen werden sowie vor Ort bei Wahlthemen direkt in der Klasse.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Mehr Sozialarbeiter*innen

Uns ist es wichtig, dass jeder junge Mensch mit seinen Anliegen, Fragen und auch Problemen ernst genommen wird. Dafür braucht es aus unserer Sicht unterschiedliche Ansprechpartner*innen. Was planen Sie, um allen Jugendlichen ein Unterstützungs- und Hilfesystem entsprechend dem individuellen Bedarf zugänglich zu machen?

DIE LINKE
Diese Frage ist sehr allgemein gestellt, denn die Probleme, die Leute haben, sind sehr verschieden – und zwar unabhängig vom Alter. Viele individuelle Probleme sind also nicht „jugendspezifisch“, sondern können auch bei Erwachsenen auftreten. Hauptproblem ist hier, dass junge Menschen aber oft nicht ernst genommen werden – das muss sich ändern. Das besondere Risiko für Kinder und Jugendliche, Gewalt und Kriminalität ausgesetzt zu sein, muss durch
Mittel der Armutsbekämpfung gezielt verringert werden. Die Jugendhilfe stärken wir in den Kommunen.

SPD
Jede und jeder ist wichtig. Wir müssen Gesellschaft stärker aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen denken. So fällt es uns leichter, die richtigen Unterstützungsangebote zu machen. Dabei muss es Angebote in allen Lebensbereichen junger Menschen geben. In der Schule wollen wir die Schulsozialarbeit weiter stärken. In der Freizeit wollen wir, dass es in allen Städten und Gemeinden Angebote der offenen Jugendarbeit gibt. Außerdem wollen wir die Jugendberufsagenturen ausbauen, um Jugendliche bei der Berufsorientierung und den Einstieg in die Berufsausbildung oder ins Studium besser zu unterstützen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Junge Menschen sollen verschiedene Hilfe finden, wenn es mal nicht rund läuft. Das können Sozialarbeiter*innen auf der Straße, in der Schule oder der Familienberatung sein. Wir wollen mehr offene Angebote in der Jugendarbeit, die junge Menschen in ihrer Freizeit erreichen. Damit das gelingt, muss der Freistaat die Kommunen mit zusätzliche Geldern unterstützen. Unser Vorschlag: Die Jugendpauschale soll pro Kopf von 12,40 Euro auf 15 Euro angehoben werden. Damit können mehr Angebote entstehen, die präventiv wirken, bevor Probleme entstehen und Hilfen zur Erziehung in Anspruch genommen werden müssen.

CDU
Der Freistaat finanziert zum Beispiel den Einsatz von Schulsozialarbeitern und Schulsozialarbeiterinnen an den Grund-, Ober- und Förderschulen wie auch an Gymnasien im Freistaat Sachsen. Die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag als Ansprechpartner für junge Menschen, die in ihren Städten und Gemeinden Verantwortung übernehmen wollen. Zudem prüfen wir gerade die Einführung kommunaler Jugendbeauftragter.

FDP
Für ein erfolgreiches Unterstützungs- und Hilfesystem sehen auch wir den Schlüssel in vielseitigen Angeboten. Dabei braucht es sowohl Fachkräfte als verlässliche Ansprechpartner in der offenen und mobilen Jugendarbeit, als auch Sozialarbeit an jeder sächsischen Schule. Ein Grundstock an Angeboten der Sozialarbeit müssen zudem für jeden jungen Menschen rund um die Uhr auch beispielsweise über digitale Kommunikationswege erreichbar sein.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Internet - gut und frei verfügbar

Für die Freizeit, aber auch für Schule und Arbeitswelt ist ein guter Zugang zum Internet heutzutage unerlässlich. In vielen Orten im ländlichen Raum, aber auch in zahlreichen Schulen ist das nicht gegeben.
Was tun Sie, damit wir überall und reibungslos online sein können?

DIE LINKE
Der Netzausbau wird bisher den privaten Anbietern überlassen – die aber nur aktiv werden, wenn Gewinne winken. Würden wir das bei Krankenhäusern, Fahrradwegen und Straßen wollen? Nein. Sinnvolle digitale Infrastruktur ist jedoch ebenso wichtig, wie sinnvolle analoge Infrastruktur. Deswegen wird es Zeit, den Netzaufbau auch in staatliche Hand zu nehmen und diesen als Grundversorgung für alle auch ohne Profi tabsicht voranzutreiben.

SPD
Der Breitbandausbau in Sachsen läuft auf Hochtouren und wir wollen ein 5G Netz in ganz Sachsen. Wir haben übrigens in den letzten Jahren die Voraussetzung dafür geschaffen, dass mehr öffentliche W-LAN Netze rund um Schulen, auf Marktplätzen oder auch einer ganzen Stadt eingerichtet werden können.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Aus unserer Sicht sollen alle Zugang zu schnellem Internet haben. Dafür müssen die Internetzugänge, besonders im ländlichen Raum, zügiger als bisher mit Breitband ausgebaut werden. Wir fordern, die Kommunen beim Ausbau besser zu unterstützen. Außerdem können durch freie WLAN-Netze alle überall online sein. In sogenannten „Freifunk-Initiativen“ schließen sich Bürgerinnen und Bürger zusammen, die ihr privates WLAN für alle frei zugänglich und kostenlos bereitstellen. Sie werden bisher nicht gefördert. Wir wollen die Freifunk-Initiativen stärken und den Ausbau von öffentlichem WLAN voranbringen.

CDU
Für uns als CDU ist klar: Ganz Sachsen braucht schnelles Internet. Dafür stellen wir allein in den kommenden beiden Jahren 700 Millionen Euro bereit. Bei der Forschung des Mobilfunkstandards 5G ist Sachsen führend. Jetzt geht es darum, den Ausbau, neben dem Glasfaserausbau, zügig voranzutreiben. Außerdem werden wir die Kommunen dabei unterstützen, ein öffentliches WLAN zur Verfügung zu stellen. In einem ersten Schritt soll dazu ein freier Zugang in allen öffentlichen Gebäuden des Freistaats ermöglicht werden.

FDP
Wir wollen generell den Breitbandausbau voranbringen, indem wir bestehende Lücken schließen und als langfristiges Ziel flächendeckende Gigabit-Netze anstreben. Eine gute Internetanbindung ist für eine moderne Schule zudem eine essentielle Grundvoraussetzung. Über die Zweckverbände wollen wir zudem darauf hinwirken, dass in Bussen und Bahn ebenso ein funktionierendes W-Lan die Regel ist. Am Ende ist die Infrastruktur jedoch nur die halbe Miete, wenn wir die Möglichkeiten der Digitalisierung, beispielsweise durch mangelnde Einbindung in den Unterricht, nicht nutzen.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Smartphones in der Schule

Handys werden nahezu immer und überall von allen benutzt. In Schulen ist es häufig grundsätzlich verboten. Uns ist es wichtig, einen verantwortungsvollen Umgang mit den Geräten zu lernen.
Wie stehen Sie dazu, die Benutzung von Handys an Schulen grundsätzlich zu verbieten?

DIE LINKE
Wir sind für demokratische Schulen, an denen auch Schülerinnen und Schüler aktiv mitbestimmen und mitentscheiden können. Damit das funktioniert, müssen aber auch Entscheidungen „übrig“ bleiben, die vor Ort getroffen werden können. Über solche Regeln und wann man wie und wo (und ggf. an einer Schule generell) die Benutzung von Handys erlaubt, sollte eine solche Entscheidung sein, die demokratisch von allen Beteiligten an den Schulen getroffen wird.

SPD
Smartphones gehören heute einfach dazu. Uns geht es um einen verantwortungsvollen Umgang und nicht um allgemeine Verbote. Wichtig ist, dass gemeinsame Spielregeln innerhalb einer Schule verabredet werden. In den kommenden Jahren werden alle Schulen mit WLAN ausgestattet, dann wird die Nutzung von Smartphones im Unterricht möglich. Gleichzeitig muss bewusstes Weglegen des Handys Thema sein. Bei der Nutzung digitaler Endgeräte ist es wichtig, dass niemand benachteiligt oder ausgeschlossen wird. Es muss deshalb immer eine gewisse Anzahl an Endgeräten in der Schule geben.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Wir wollen keine zentrale Vorgabe, sondern favorisieren die Regelung, dass die Schulkonferenz entscheidet, wann die Nutzung von mobilen Endgeräten zulässig ist und wann nicht. Ein generelles Verbot ist realitätsfern. Dabei bietet sich gerade in der Schule Gelegenheit, Medienkompetenz und den verantwortungsbewussten Umgang mit den Geräten zu fördern. Die bewusste Einbeziehung von mobilen Endgeräten in den Unterricht kann pädagogisch sinnvoll sein. Außerhalb des Unterrichts ist die Schule ein zentraler Lebensort der Schüler*innen, an dem die Nutzung erlaubt sein sollte.

CDU
Ein Handyverbot an Schulen sehen wir eher kritisch. Vor dem Hintergrund, unsere Schulen zu digitalen Schulen weiterzuentwickeln, sehen wir auch die verstärkte Nutzung entsprechender Geräte im Unterricht als sinnvoll an. Die Vielzahl an möglichen Anwendungen im Unterricht lässt aus unserer Sicht ein generelles Verbot von Handys an Schulen nicht zu. Gleichwohl sehen wir die Nutzung für private Kommunikation während des Unterrichtes schon als Problem. Deshalb ist es wichtig, dass Schulleitung, Lehrer und Schüler gemeinsam überlegen, wie sie das regeln wollen.

FDP
In der Pause wollen wir die Handynutzung generell erlauben, im Unterricht sollte die Entscheidung weiterhin beim Lehrer liegen. Klar ist: digitale Geräte gehören in die Gesellschaft und daher auch in den Unterricht. Dies sollte jedoch nicht unbedingt durch Handys geschehen. In diesem Zusammenhang setzen wir uns zudem für eine bessere Kompetenzvermittlung im Umgang mit Social Media ein. Durch generelle Verbote von Handys an Schulen würde man die Realität ausblenden.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Bus und Bahn im ländlichen Raum

Wir als junge Menschen sind häufig mehr als alle anderen auf den ÖPNV angewiesen. Je weiter man aus den Städten rausfährt, desto schlechter wird die ÖPNV-Anbindung. Hinzu kommen die hohen Kosten.
Wie wollen Sie unsere Mobilität gerade im ländlichen Raum erleichtern?

DIE LINKE
1. Ein einheitliches Tarifgebiet (Verkehrsverbund) in Sachsen. 2. Für alle Schülerinnen und Schüler sowie Azubis ein kostenfreies Bildungsticket. 3. Klare und einheitliche Qualitätsstandards für Bus und Bahn, die WLAN, Barrierefreiheit, Komfort und gute Löhne für die Beschäftigten garantieren. 4. Das Land Sachsen muss den Kommunen ausreichend Mittel für den ÖPNV bereitstellen. 5. Für jede Kommune mit weniger als 500 EinwohnerInnen muss es eine ÖPNV Anbindung im Zwei-Stunden-Takt, bei 5000 EinwohnerInnen einen Ein-Stunden-Takt und bei mehr als 10.000 EinwohnerInnen den Halbstunden-Takt geben.

SPD
Verbesserungen bei Bus und Bahn ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Wir wollen Stadt und Land gemeinsam denken und besser durch öffentliche Verkehrsmittel vernetzen. Dabei ist uns wichtig, dass gerade junge Menschen diese auch nutzen können. Deshalb wird am 1. August 2019 ein kostengünstiges Azubiticket in Sachsen eingeführt. Zum Schuljahresbeginn 2019/2020 soll zudem ein günstiges, ganzjährig und in allen Verkehrsverbünden gültiges Bildungsticket für Schülerinnen und Schüler folgen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Wir wollen für junge Menschen in Sachsen preisgünstige Mobilität. Ein Bildungsticket für Schule, Ausbildung und Freiwilligendienste soll das ganze Jahr und in ganz Sachsen gelten und damit auch die Mobilität in der Freizeit ermöglichen. Aber wer weder Bus noch Bahn zur Verfügung hat, dem bringt auch die Kostenfreiheit nichts. Deshalb wollen wir unser Konzept „Sachsentakt“ bis 2025 umsetzen, d.h. mindestens stündliche Verbindungen auf den Bahnstrecken (in den Ballungsräumen verdichtet), ergänzt durch gut abgestimmte Busverbindungen und Schnellbus-Linien, die gemeinsam von Freistaat und Landkreisen finanziert werden.

CDU
Wir verbessern die Verbindungen zwischen ländlichen Regionen und städtischen Ballungsgebieten. Dafür investieren wir in Straßen, Zugverbindungen und in den ÖPNV. Mit neuen Bussen, mit WLAN, wollen wir Mobilität erleichtern. Mit einem Sachsenticket schaffen wir ein einfaches Tarifsystem. Auszubildende können bereits ab dem 1. 8.mit dem „Azubi-Ticket“ für 48 Euro im Monat in ihrem Verkehrsverbund den ÖPNV nutzen und bei Bedarf mit geringem Aufpreis weitere Verkehrsverbünde. Wir begrüßen die Bestrebungen, das „Azubi-Ticket“ zu einem „Junge-Leute-Ticket“ für junge Leute zwischen 14 und 26 weiterzuentwickeln.

FDP
Viele Verbindungen auf dem Land sind teuer und mit hohen Verlusten für die Verkehrsunternehmen verbunden. Der Schlüssel sind daher individuellere Modelle wie Rufbusse, Kleinbusse oder in Zukunft auch autonom fahrender Verkehr. Grundvoraussetzung dafür sind allerdings eine gute Schienen- und Straßeninfrastruktur. Weiterhin machen wir uns für den dauerhaften Mopedführerschein ab 15 Jahren stark.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Internationaler Jugendaustausch

Wir wollen ein weltoffenes Sachsen. Was tun Sie für internationale Jugendbegegnungen und dafür, dass sie allen Jugendlichen zugänglich sind unabhängig bspw. von Inklusionsbedarf oder finanziellen Möglichkeiten?

DIE LINKE
Das wollen wir auch :) Grundsätzlich ist unser Anspruch: Niemand darf in diesem reichen Land wegen Armut oder einer Behinderung ausgeschlossen sein. Dafür werden wir die gesetzlichen Regelungen schaffen. Wir treiben den Ausbau der Kooperation im Bildungsbereich voran, entwickeln gemeinsam Projekte, intensivieren den Schüler*innenaustausch und Stipendienprogramme (schulische, berufliche, Hochschulbildung). In interkulturellen Projekten sollen Kinder und Jugendliche lernen, dass Menschen aus allen Ländern und Kulturen wichtige Beiträge zur Entwicklung der Menschheit geleistet haben.

SPD
Wir stärken die internationale Jugendarbeit. In vielen Landkreisen und Städten gibt es oder entstehen dazu Projekte, die wir auch als Land finanziell unterstützen. Wir leben in einem gemeinsamen Europa. Gerade junge Menschen in Europa sollten sich kennenlernen, gemeinsam Projekte machen und gemeinsam feiern. In internationalen Projekten erwerben junge Menschen wichtige Kompetenzen und wir stärken den internationalen Zusammenhalt.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Sprache verbindet. Wir wollen schon in der Kita damit beginnen, die Sprachen- Vielfalt in Europa zu entdecken. Bildungsangebote dürfen nicht an Grenzen halt machen. Kitas und Grundschulen sollen internationaler werden, indem sich Kinder aus verschiedenen Ländern begegnen und die Sprache unserer Nachbarländer Polen und Tschechien im Unterricht kennengelernt wird. Internationale und grenzüberschreitende Themen sollen im Lehrplan mehr Beachtung finden. Schüler*innen wollen wir darin bestärken, selbst Austauschprogramme sowie Begegnungsprojekte zu starten.

CDU
Junge Menschen wollen und sollen die Welt kennenlernen. Dafür verstärken wir den internationalen Jugendaustausch - insbesondere mit unseren Nachbarn in Polen und Tschechien. Mit Israel wollen wir den Austausch ebenfalls ausbauen.

FDP
In unserem Europawahlprogramm setzen wir uns für eine Bildungsfreizügigkeit als neue Grundfreiheit ein. Dabei wollen wir europaweit neben der Förderung von Schüleraustauschen auch insbesondere das Erasmus-Programm ausbauen und insbesondere Auslandsaufenthalte für Auszubildende attraktiv machen.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

#fridaysforfuture

Schüler*innen nehmen an den „FridaysForFuture“-Demonstrationen teil, nicht, weil sie die Schule schwänzen möchten, sondern, weil ihnen das Klima und die Erde am Herzen liegen! Schließlich streikt die Bahngewerkschaft auch nicht an einem Sonntag.
Wie können Sie die engagierten Jugendlichen darin stärken, sich an wichtigen Diskussionen um Zukunftsfragen wie dem Klimawandel zu beteiligen?

DIE LINKE
#FridaysForFuture zeigt, dass es nicht unbedingt jemanden braucht, der „Jugendliche“ darin stärkt, etwas zu tun – das kriegen junge Leute oft auch allein hin. Zumal es in diesem Falle nicht darum geht, wer sich engagiert (junge wie alte Menschen können sich ja sowohl für gute als auch schlechte Sachen engagieren), sondern wofür. In diesem Falle: Für einen Erhalt unseres Planeten und einer lebenswerten Umwelt – ein Ziel, das wir teilen. Allerdings sollten junge Leute mehr demokratischen Einfluss (z. B. das Wahlrecht) erhalten – dann müssen sie auch von den Rechten und Konservativen ernster genommen werden.

DIE LINKE
#FridaysForFuture zeigt, dass es nicht unbedingt jemanden braucht, der „Jugendliche“ darin stärkt, etwas zu tun – das kriegen junge Leute oft auch allein hin. Zumal es in diesem Falle nicht darum geht, wer sich engagiert (junge wie alte Menschen können sich ja sowohl für gute als auch schlechte Sachen engagieren), sondern wofür. In diesem Falle: Für einen Erhalt unseres Planeten und einer lebenswerten Umwelt – ein Ziel, das wir teilen. Allerdings sollten junge Leute mehr demokratischen Einfluss (z. B. das Wahlrecht) erhalten – dann müssen sie auch von den Rechten und Konservativen ernster genommen werden.

SPD
Die „FridaysForFuture“ – Demonstrationen sind eine große Chance, eine ganze Generation für unsere Demokratie zu begeistern. Dazu müssen wir nicht alle Forderungen erfüllen, sondern die Jugendlichen zum Teil politischer Entscheidungen machen. Deshalb sprechen wir uns für die Absenkung des Wahlalters aus. Uns ist genauso wichtig, dass jede und jeder seinen Beitrag zum Umweltschutz leistet, indem z.B. Mehrwegbecher verwendet werden, die Nutzung von Fahrrad oder Bus und Bahn attraktiver wird oder Verpackungsmüll vermieden wird. Für uns ist daher auch ist Förderung von Umweltbildung und von Umweltverbänden wichtig.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Wir unterstützen die Anliegen der weltweiten Jugendbewegung #fridaysforfuture. Der Klimawandel muss jetzt gestoppt werden. Unsere Zukunft und die aller nachfolgenden Generationen steht auf dem Spiel. Demonstrierende Schülerinnen und Schüler dürfen nicht bestraft werden. Ganz im Gegenteil: Demokratisches und zivilgesellschaftliches Engagement, soziale Verantwortung und religiöse Toleranz sollte in Kitas und Schulen gelernt und gelebt werden. Auch Erzieher*innen und Lehrkräfte sollen darin geschult werden. Demokratische Bildung wollen wir im Kitagesetz verankern und in der Schule stärken.

CDU
Wir finden es toll, dass sich junge Leute für politische Ziele einsetzen und sich für politische Herausforderungen interessieren. Den Verstoß gegen die Schulpflicht sehen wir jedoch kritisch, aber man darf die Anliegen nicht darauf reduzieren. Wir wollen mit ihnen ernsthaft über ihre Anliegen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz sprechen und gemeinsam zu Lösungen kommen. Deshalb hat unser Landesvorsitzender und Ministerpräsident Michael Kretschmer für den 22. Juni zu einer großen Klimakonferenz eingeladen. Dort werden Expert*innen dabei sein, die auch die Bundesregierung beraten. Im Ergebnis soll ein Aktionsplan entwickelt werden.

FDP
Engagement in der Gesellschaft verdient Respekt. So sollten wir auch die FridaysForFuture-Demonstrationen als Anlass nehmen, um mit den Schülerinnen und Schülern zur Klimapolitik ins Gespräch zu kommen. Daran anknüpfend ist unser Ansatz, Engagement in Vereinen, Verbänden und insbesondere politischen Jugendorganisationen attraktiv zu gestalten. Dort können gerade kleinere Ziele oft noch effektiver erreicht werden. Der Zukunftsfrage des Klimawandels können wir am Ende nur mit unzähligen kleinen Maßnahmen effektiv begegnen. Dafür braucht es eine generationenübergreifende Zusammenarbeit.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Tier- und Umweltschutz

Was macht Ihre Partei, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern und so die Umwelt zu schonen?
Wir denken dabei an Massentierhaltung und Pestizide, aber auch an die Unterstützung von Bio-Bauern.

DIE LINKE
Wir wollen Sachsen zu einem Land mit nachhaltiger, sozial-ökologischer Wirtschaftsweise entwickeln, bspw. dadurch: 1. Mega-Ställe werden wir nicht mehr genehmigen, Tierverstümmelungen und Qualzuchten beenden sowie den Antibiotikaeinsatz weiter reduzieren 2. Der Ökolandbau wird durch uns besonders gefördert. 3. Wir sind gegen Milch- und Fleischpreise auf Ramschniveau. Deshalb werden wir die Marktdominanz der Lebensmittelriesen beenden und die Verhandlungsmacht der BäuerInnen sowie regionale, genossenschaftlich organisierte Erzeugergemeinschaften stärken.

SPD
„Sachsen blüht“, so heißt unser neues Programm. Es stellt Geld bereit, damit es wieder mehr Blühflächen und damit Lebensraum für Insekten gibt. Denn ohne Insekten gibt es kein Leben, wie wir es kennen. Die Landwirtschaft soll aber auch ihren Teil zum Umweltschutz beitragen. Landwirte, die sich für die biologische Vielfalt einsetzen, sollen stärker unterstützt bzw. gefördert werden. Der ökologische Landbau soll durch neue Beratungsstrukturen gestärkt werden. Auswüchse der Massentierhaltung wollen wir unterbinden. Kükenschreddern und ähnliches sinnloses Tierleid wollen wir zügig beenden.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Wir GRÜNE setzen uns für eine nachhaltige und soziale Landwirtschaft ein, die hochwertige Lebensmittel herstellt und gleichzeitig die Lebensräume für wildlebende Tier- und Pflanzenarten sichert. Den Ökolandbau wollen wir stärker fördern, denn bisher werden in Sachsen nur knapp 7 % der Landwirtschaftsflächen ökologisch, d.h. ohne Pestizide und synthetische Dünger beackert. Auch für die verbleibenden 93 % konventionelle Ackerfläche gilt mit uns: deutlich weniger düngen, Pestizideinsatz minimieren – und am besten darauf verzichten. Wir setzen uns für eine artgerechte Haltung aller Nutztiere ein.

CDU
Ob Fisch, Fleisch, Getreide oder anderes - wir wollen, dass auch in Zukunft landwirtschaftliche Produkte aus Sachsen kommen. Deshalb setzen wir uns zum Beispiel auf europäischer Ebene für faire Wettbewerbsbedingungen ein. Und wir unterstützen unsere sächsischen Bäuerinnen und Bauern dabei, die Umwelt stärker zu schonen und den Tierschutz zu verbessern. Ein Thema ist zum Beispiel die Einführung moderner, sensorgestützter Verfahren in der Landwirtschaft, um den Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatz bei der Bewirtschaftung der Flächen in Wassereinzugsgebieten so gering wie möglich zu halten. Ein anderes Thema ist die Sicherung der Artenvielfalt. Wir wollen Landschaftselemente wie Hecken, Blüh- und Brachestreifen erhalten und neu anlegen. Das dient dem Überleben von Insekten, speziell auch Bienen.

FDP
Wir wollen für mehr Transparenz bei Produkten sorgen, Bauern durch weniger Bürokratie entlasten sowie auf Bundesebene die kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht und Fusionskontrolle stärken, durch eine Reform des Genossenschaftsrechts die starren Lieferbeziehungen zwischen Genossenschaften und Erzeugern modernisieren und die innergenossenschaftliche Demokratie stärken.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Unsere Zukunft in Sachsen

Als junge Menschen, leben wir gerne in Sachsen und können uns gut vorstellen, hier zu arbeiten. Die im Vergleich zu anderen Bundesländern niedrigeren Löhne und der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern sind aber sehr unattraktiv. Das führt zu Abwanderung. Wie werden Sie dem entgegenwirken?

DIE LINKE
Wir kämpfen seit jeher für gleiche Löhne in Ost und West und bei Männern und Frauen. Wer die gleiche Arbeit macht, soll auch gleich bezahlt werden. Punkt. Allerdings muss man so ehrlich sein und sagen, dass man dies in einem Bundesland nur begrenzt beeinflussen kann. Doch einige Ansatzpunkte gibt es auch bei uns in Sachsen: Wenn öffentliche Aufträge (z. B. der Bau einer Straße) vergeben werden, legt das Land die Kriterien fest – bisher soll es oft nur besonders billig sein. Wir meinen: Soziale Faktoren und faire Löhne müssen auch eine Bedingung für die Entscheidung bei solchen Vergaben sein.

SPD
Wir wollen, dass niemand aufgrund schlechter Löhne oder fehlender Arbeits- oder Ausbildungsplätze seine Stadt oder Sachsen verlassen muss. Das Gehalt spielt natürlich eine wichtige Rolle. Die SPD hat deswegen den Mindestlohn eingeführt. Den wollen wir schrittweise auf 12 Euro erhöhen. Außerdem wollen wir eine Mindestvergütung (quasi einen Mindestlohn) für Azubis einführen und das BaFög erhöhen. Mehr Betriebe brauchen Tarifverträge – dort sind gute und gerechte Arbeitsbedingungen und Löhne festgesetzt. Als Anreiz sollen besonders solche Unternehmen Arbeitsaufträge vom Land Sachsen bekommen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Für gleiche Bezahlung müssen Frauen und Männer die gleichen Chancen im Beruf haben. Frauentypische schlecht bezahlte soziale Berufe müssen aufgewertet werden. Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen darf v.a. für Frauen nicht zur Karrierefalle werden. Arbeitszeit und -ort müssen flexibel sein. Wir wollen die gesetzliche Grundlage dafür schaffen. Für höhere Löhne in Sachsen brauchen wir statt reiner Produktion mehr Betriebe, die forschen und entwickeln. Voraussetzung für mehr Innovationen sind Netzwerke, Kooperationen und steuerliche Entlastungen für diese Betriebe. Starke Unternehmen für starke Löhne.

CDU
Im Vergleich mit den anderen ostdeutschen Bundesländern liegt Sachsen keineswegs auf einem der letzten Plätze – im Gegenteil. Zudem steigen die Löhne in Sachsen schneller als in den westdeutschen Bundesländern – für Männer und Frauen. Der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern ist definitiv noch immer zu hoch, aber bei uns in Sachsen geringer als in vielen anderen Bundesländern. Hier wollen wir noch mehr tun, in dem wir uns zum Beispiel dafür einsetzen, dass noch mehr Tarifverträge zwischen den Gewerkschaften und Arbeitgebern geschlossen werden, in denen die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen geregelt ist.

FDP
Bestehende Unterschiede aufgrund des Geschlechts müssen konsequent angeprangert werden. Dabei sind wir jedoch gegen das Instrument der Quoten, da wir eine Vorstellung von Gleichstellung haben, bei der wir nicht mehr über Geschlechter nachdenken. Durch eine Quote rückt das Geschlecht der Person dagegen wieder mehr in den Vordergrund. Eine größere Steigerung der Löhne im Vergleich zu anderen Bundesländern wollen wir durch die Ansiedlung neuer Unternehmen, gute Schul-, Berufs- und Studienausbildung sowie der Angleichung der Systeme zur Rentenberechnung in Ost- und West.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.

Wahlalter absenken

Wir haben eine Meinung und wollen eine Stimme.
Werden Sie das Wahlalter absenken?

DIE LINKE
Selbstverständlich. Das wollen wir bei Kommunalwahlen, Landtagswahlen, Bundestagswahlen und Europawahlen. Es konnte auch bisher niemand schlüssig erklären, warum Menschen zwar z. B. mit 16 Jahren „zu jung“ zum wählen sein können, aber gleichzeitig niemand z. B. mit 98 Jahren „zu alt“. Wir meinen: So wie niemand auf die Idee kommt, älteren Menschen ab einem gewissen Alter das Wahlrecht wegzunehmen, sollte auch niemand pauschal sagen, Jugendliche seien „zu jung“ zum Wählen.

SPD
Wir wollen, dass eure Stimme zählt. Dazu gehört für uns die Beteiligung an direkter und repräsentativer Demokratie in Stadt und Land. Wir wollen daher das Wahlalter auf 16 Jahre herabsetzen, sowohl für die Kommunal- als auch für die Landtagswahlen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Wir wollen das Wahlalter für Kommunal- und Landtagswahlen auf 14 Jahre senken und Kinder in ihren Rechten stärken, indem wir sie an Entscheidungen beteiligen, von denen sie betroffen sind. Kinder- und Jugendbüros sollen über Entscheidungen in der eigenen Stadt bzw. Region informieren und die Anliegen junger Menschen in die Entscheidungsgremien tragen. Mit einem Netzwerk „Jugend bewegt Kommune“ wollen wir jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihre Umgebung mitzugestalten. Ein neues Landesprogramm soll Jugendliche bis 21 bei der Umsetzung eigener Projekte in Jugendclubs oder Feriencamps unterstützen.

CDU
Wir wollen die Einflussmöglichkeiten der Jugendlichen stärken. In der laufenden Legislaturperiode haben wir die Jugendbeteiligung bei Entscheidungen auf kommunaler Ebene gesetzlich festgeschrieben. Damit können sich Kinder und Jugendliche gerade bei Entwicklungen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld einmischen und beteiligen. Zukünftig wollen wir das Konzept eines „Sächsischen Jugendlandtags“ diskutieren. Gegenwärtig liegt unser Regierungsprogramm in der Entwurfsfassung vor. Bis zum endgültigen Beschluss des Programms am 29. Juni findet eine breite Diskussion in der Partei und mit den Bürgern statt. Dabei verschließen wir uns keiner Debatte.

FDP
Ja. Wir setzen uns für ein aktives Wahlrecht ab 16 Jahren bei Landtagswahlen ein.

AfD
Trotz mehrfacher Nachfrage hat die AfD Sachsen die Fragen der Jugendlichen nicht beantwortet.