FSJ-Blog von Justus

Das war mein FSJ

Da mein FSJ im Stadtjugendring im Juni endet, möchte ich diesen letzten Blogbeitrag für eine Reflexion meines FSJ nutzen. In meinem ersten Beitrag vom 04.11.2016 habe ich euch meine Wünsche für das FSJ im Stadtjugendring mitgeteilt. Der erste Wunsch war, einen Einblick in die Kommunalpolitik zu erhalten, um nach dem FSJ selber in einer Partei politisch aktiv zu werden und die Sozial- und Bildungspolitik zu verändern. Diese Einblicke habe ich während des FSJ bekommen. Ich habe an Sitzungen von Gremien wie dem Jugendhilfeausschuss oder dem Entwicklungskreis „Jugendgerechte Kommune“ teilgenommen und die Strukturen der Leipziger Jugendhilfepolitik kennengelernt. Meine Mentorin Corinna hat mir viel über die Prozesse in der Leipziger Kommunalpolitik erklärt, die Aufgabenfelder von Gremien wie dem Stadtrat erläutert und mit mir auch über aktuelle kommunalpolitische Themen gesprochen. So wurde z.B. Haushaltsplan für die Jahre 2017/18 beschlossen und Corinna hat mir erklärt, wie sich einige Förderbeträge negativ auf die Arbeit der freien Träger auswirken. All diese Erfahrungen waren sehr spannend, von einem Engagement in einer Partei haben sie mich aber eher abgebracht. Ich habe erkannt, dass politische Prozesse sehr langwierig sind und politische Veränderungen über einen langen Zeitraum nur in sehr kleinen Schritten stattfinden und das nichts für mich ist. Ich möchte mich lieber in einem Verein engagieren bei dem ich die positiven Folgen meines Engagements direkt im Alltag sehen kann. Welcher Verein das sein wird, weiß ich allerdings noch nicht. Trotzdem habe ich großen Respekt vor den Leuten, die sich politisch in Parteien oder Dachverbänden wie dem Stadtjugendring engagieren. Diese Leute übernehmen ehrenamtlich anstrengende und verantwortungsvolle Tätigkeiten, ohne die unser politisches System nicht funktionieren würde.

Ein weiterer Wunsch für mein FSJ war, erste Einblicke in den Arbeitsalltag zu erhalten. Durch meine fast zehnmonatige Tätigkeit in unserer Geschäftsstelle habe ich diesen Einblick bekommen. Gerade zu Beginn des FSJ war es für mich aber sehr anstrengend jeden Tag sieben Stunden am Stück zu arbeiten. Daran habe ich mich aber mit der Zeit gewöhnt. Ich habe vor dem FSJ immer gewollt, dass mir alles, was ich in meinem zukünftigen Beruf mache, Spaß macht. Ich habe gelernt, das das nicht immer so ist und diese Ansicht habe ich in dieser Form nicht mehr. Mir ist es immer noch wichtig, einen erfüllenden Beruf zu finden, der mir zum Großteil Spaß macht. Ich denke aber, dass es in jedem Beruf auch Tätigkeiten gibt, die keinen Spaß machen und sehe das nicht mehr als Problem an. Relativ ähnlich war es auch während meiner Arbeit als FSJler. So gab es sehr schöne Aufgaben und Erlebnisse und zum Teil auch einige Verwaltungstätigkeiten, die mir nicht so viel Spaß gemacht haben. Als Highlights des Jahres sehe ich dabei die Diskussionsabende meines Projektes, die Juleica-Schulung und die Schulung bei den Thomanern. Die Juleica Schulung ist mir deshalb so gut in Erinnerung geblieben, weil wir eine wirklich tolle Gruppe waren, die Schulung insgesamt sehr viel Spaß gemacht hat und ich viel Neues lernen konnte. Bei der Schulung der Thomaner hat mir sehr gut gefallen, dass ich ein Modul zum Thema „Sucht“ selbst halten konnte. Das Thema hat mich sehr interessiert und auch die Tätigkeit als Referent hat sehr viel Spaß gemacht. Die Diskussionsabende meines Projektes waren deshalb so besonders, weil ich sie komplett alleine organisiert habe. Diese Eigenständigkeit hat mir sehr gut gefallen, weil ich alles selber gestalten und die Themen frei wählen konnte. Außerdem hat natürlich auch das Diskutieren an den zwei Abenden sehr viel Spaß gemacht. 

Mein letzter Wunsch für das FSJ war, etwas über den Aufbau und die Abläufe in Vereinen zu lernen. Dieser Wunsch hat sich genau wie die anderen erfüllt. Durch meine Arbeit in der Geschäftsstelle habe ich viel über die Prozesse im Stadtjugendring erfahren: die Beteiligung der Mitgliedsvereine in der Vollversammlung und den Hauptausschüssen oder die Struktur der Mitgliedsvereine. So war ich zum Beispiel zu Gast bei der Vollversammlung der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg Leipzig (DPSG). Der Kontakt zu unseren Mitgliedsvereinen war sehr spannend, da ich vor meinem FSJ außer meiner Mitgliedschaft in einem Basketballverein noch nie in Kontakt mit verbandlicher Arbeit gekommen bin. Deshalb war es sehr interessant zu sehen, was es für unterschiedliche Jugendverbände wie das Jugendrotkreuz, die Jugendfeuerwehr oder den Pfadfinderstamm LEO gibt. Die große Vielfalt an Jugendverbänden, die wir hier in Leipzig haben, sollte unbedingt erhalten bleiben und ich finde es toll, dass es Vereine wie den SJR gibt, die sich für den Erhalt dieser Vielfalt einsetzen. Ich selbst möchte mich, wie ich schon erwähnt habe, während meinem Studium auch in einem Verband engagieren. Wenn ich das FSJ noch einmal im Ganzen reflektiere, stelle ich fest, dass mich das FSJ persönlich sehr weitergebracht hat. Ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln und viel Neues lernen. In der Geschäftsstelle war ich Teil eines Teams, das mich bei meiner Arbeit als FSJler so gut wie möglich unterstützt hat. Besonders bedanken möchte ich mich noch bei meiner Mentorin Corinna, die mir immer wieder dabei geholfen hat, mein Handeln im FSJ zu reflektieren und so wesentlich dazu beigetragen hat, dass das FSJ für mich ein Erfolg war. Auch bedanken möchte ich mich bei allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs. Ich hoffe, meine Beiträge haben euch gefallen und ich konnte euch einen guten Einblick in mein FSJl beim Stadtjugendring Leipzig e.V. geben.


Auswertung meiner Diskussionsabende

Mein FSJ Projekt „Diskussionsabende im Stadtjugendring Leipzig“ ist abgeschlossen und ich möchte es mit euch zusammen auswerten. In meinem Beitrag über das Projekt habe ich euch die Ziele genannt, die ich für das Projekt hatte. Eines dieser Ziele war, dass ich insgesamt drei Diskussionsabende bei uns in der Geschäftsstelle veranstalten wollte. Dieses Ziel habe ich leider nicht erreicht. Der dritte Diskussionsabend sollte in meiner letzten FSJ Woche stattfinden. Leider haben aber alle eingeladenen Personen abgesagt. Ich denke, dass sich das nur hätte verhindern lassen, wenn ich den Termin eine oder zwei Wochen früher angesetzt hätte. Das war aber nicht möglich, weil die Wochen vorher sehr viele Aufgaben wie die Vorbereitung auf die Kassenprüfung anstanden und ich deshalb keine Zeit hatte, um den Diskussionsabend gut vorzubereiten. Ein weiteres Ziel für das Projekt war, dass ich meine Fähigkeiten als Moderator von Diskussionen verbessern wollte. Dieses Ziel habe ich, denke ich, erreicht. Meine Moderationsfähigkeiten sind noch lange nicht perfekt, ich denke aber, ich habe jetzt einen besseren Blick dafür, auf was man als Moderator alles achten muss. Also zum Beispiel, wie ich eher stille Teilnehmer in die Diskussion einbeziehen kann, ohne den Diskussionsfluss zu stören. Das letzte meiner Ziele war, dass ich eine Plattform für Jugendliche schaffen wollte, auf der diese sich über politische und philosophische Themen austauschen können. Ich denke die Diskussionsabende haben eine solche Plattform dargestellt. Die Teilnehmer haben mir jedes Mal sehr positives Feedback entgegen gebracht. Daraus schließe ich, dass ihnen die Diskussionen gut gefallen haben. Gerne hätte ich bei einem der Abende einmal zehn oder mehr Teilnehmer gehabt, um in einer anderen Diskussionsmethode als der Großgruppe zu diskutieren. Mit einem Durchschnitt von sieben Teilnehmern pro Abend bin ich aber trotzdem zufrieden. Um mehr Teilnehmer zu bekommen, hätte ich z.B. über den SJR oder die Jusos Werbung für das Projekt machen müssen. Dann wären aber die Abende viel schwerer zu organisieren gewesen, weil ich nicht alle Teilnehmer gekannt hätte. Ich hätte dann mehr Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen und es wäre auch schwieriger gewesen, die Diskussion vorzubereiten, weil ich nicht gewusst hätte, welche Positionen die fremden Teilnehmer vertreten werden.

Alles in allem bin ich froh, dieses Projekt durchgeführt zu haben. Jeder der Diskussionsabende war einzigartig und ein sehr schönes Erlebnis. Das eigenständige Vorbereiten und Durchführen der Abende hat mir sehr gut gefallen und ich bedanke mich bei all denen, die mir bei der Vorbereitung geholfen haben. Ich denke ich werde weiter Diskussionsabende bei mir zu Hause veranstalten. Dann aber in einer kleineren Runde von maximal fünf Personen. Die Diskussionsabende im Stadtjugendring werden aber immer zu meinen absoluten Highlights der FSJ-Zeit gehören.


Jugendleiterschulung - Das zweite Wochenende

Vom 19.05. bis 21.05. stand für mich das zweite Wochenende unserer Juleica-Schulung an. Die Schulung fand dieses Mal im Obergeschoss der Volkshochschule Leipzig statt. Deshalb haben wir am Freitag bereits alle notwendigen Dinge wie Flipcharts, Getränke und ein Roll-Up des Stadtjugendrings zusammengepackt und mit dem Auto zur Volkshochschule gebracht. Kurz nach dem wir alles aus dem Auto ausgeladen und in das Obergeschoss gebracht haben, sind auch schon die ersten Teilnehmer eingetroffen. Nach einer kurzen Einweisung ging es auch schon mit dem Modul „Demokratiebildung“ los. In diesem haben wir die verschiedenen Stufen von Jugendbeteiligung in Vereinen kennengelernt. Das war sehr interessant, da jeder Teilnehmer einschätzen konnte, auf welcher Jugendbeteiligungsstufe sich sein Verein gerade befindet. Ich habe zum Beispiel erkannt, dass sich das Kampfsportstudio, in dem ich aktiv bin, auf einer niedrigen Beteiligungsstufe befindet. Das ist aber, denke ich, oft der Fall im sportlichen Bereich. Das Training muss einfach von einem qualifizierten Trainer angeleitet werden, damit es effektiv ist. Deshalb ist es schwer, andere Personen an der Vorbereitung zu beteiligen, die keine Trainer sind oder keine Trainer werden wollen. Nach dem die Beteiligungsstufen behandelt wurden, hat Corinna uns Teilnehmern noch einen Einblick in die Beteiligungsmöglichkeiten in Leipzig gegeben. Dabei ist sie vor allem auf die Entwicklung des Jugendparlamentes eingegangen. Aus diesem Themengebiet war mir vieles schon bekannt, da ich mich durch die Arbeit beim Stadtjugendring schon viel mit dem Leipziger Jugendparlament beschäftigt habe. Ich denke aber für die anderen Teilnehmer war sehr informativ.

Am nächsten Tag war die Teilnehmergruppe etwas größer, da noch drei Juleica W (Weiterbildung) Teilnehmerinnen dazu gekommen sind. Diese haben bereits eine Juleica und müssen diese nach drei Jahren mit fahclichen Inhalten auffrischen. Für die Auffrischung muss nur ein Tag der Schulung besucht werden, weshalb die drei Juleica W Teilnehmerinnen nur am Samstag mit dabei waren. Den Samstag über haben wir uns durchgehend mit den Themen „Kindeswohlgefährdung“ und „Pädagogik“ beschäftigt. Beim Thema „Pädagogik“ haben wir in kleinen Gruppen ein sehr interessantes und spannendes Rollenspiel durchgeführt. Ziel war es, mit mehreren Personen eine Konfliktsituation auf einer Ferienfreizeit nachzuspielen. Als Rollen gab es zweimal die des Jugendleiters der Freizeit und dreimal die eines jugendlichen Freizeitteilnehmers. Zu jeder Rolle gab es auch noch bestimmte Hintergrundinfos. So habe ich z.B. einen Freizeitteilnehmer gespielt, der mit 17 Jahren älter als die anderen Jugendlichen war und keine Lust mehr auf die Freizeit hatte. In dem Rollenspiel sollten wir dann die folgende Konfliktsituation nachspielen: Die Jugendleiter haben den Geburtstag von einem der Jugendlichen vergessen. Deshalb ist dieser Jugendliche mit zwei anderen Jugendlichen (von denen ich Einen spielte) in eine Bar gegangen und hat sich betrunken. Auf dem Rückweg ins Zeltlager werden die drei Jugendlichen von den Gruppenleitern erwischt und es gibt Ärger, weil es ein Alkoholverbot für alle Freizeitteilnehmer gibt. Das Rollenspiel hat ab dem Zeitpunkt begonnen, als wir von den Jugendleitern erwischt wurden. Zuerst hat es sich für mich etwas komisch angefühlt die Rolle des Jugendlichen zu spielen. Nach einigen Minuten war ich dann aber in der Rolle drin und es hat sehr viel Spaß gemacht. Die Jugendleiter haben mich und die anderen Beiden belehrt und unsere Eltern angerufen, damit diese uns abholen. Wir als Jugendliche waren natürlich nicht einsichtig und sind sehr ausfallend gegenüber den Gruppenleitern geworden. Diese haben das aber sehr gelassen genommen. Geendet hat das Gruppenspiel dann damit, dass wir als Jugendliche von unseren Eltern abgeholt wurden und die Ferienfreizeit somit für uns zu Ende war. Nachdem das Rollenspiel zu Ende war, haben wir es als Teilnehmer noch zusammen mit einem Mitglied des Lehrgangsteams in der Gruppe ausgewertet. Dabei sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Jugendleiter sehr gut reagiert haben, da sie ruhig geblieben sind und trotzdem konsequent das Alkoholverbot durchgesetzt haben. Bei der Auswertung ist mir selber auch klar geworden, dass man als Gruppenleiter sehr starke Nerven haben muss, um in solchen Situationen ruhig zu bleiben und den Konflikt nicht eskalieren zu lassen.

Am Sonntag haben wir uns dann den ganzen Tag mit dem Thema „Erste-Hilfe für Jugendleiter“ beschäftigt. Dafür ist ein Referent von den Johannitern gekommen, der das Thema mit uns behandelt hat. Das ganze Thema hat mir sehr gut gefallen, da ich mich für das Thema Notfallmedizin sehr interessiere und ich später auch gerne einmal in diesem Gebiet arbeiten würde. Durch den Kurs konnte ich auch sehr viel Neues lernen. So wusste ich z.B. vorher nicht, wie man eine Reanimation (Wiederbelebung) richtig durchführt. Auch habe ich neu gelernt, wie ich einen Druckverband richtig anlege. Als der Kurs gegen 15 Uhr zu Ende war, habe ich mich noch von den anderen Juleica-Teilnehmern verabschiedet und zusammen mit den Mitgliedern des Lehrgangsteams alle Sachsen wieder ins Auto geräumt. Zusammen mit einem Mitglied des Lehrgangsteams bin ich dann zurück zur Geschäftsstelle des Stadtjugendrings gefahren und habe mit ihm zusammen die Gegenstände wieder eingeräumt und das übrige Essen im Kühlschrank gelagert.

Alles in allem war das zweite Juleica Wochenende genau wie das Erste: eine sehr anstrengende, aber schöne Erfahrung. Das Gruppenklima war wieder super und auch die Themen waren sehr interessant und praxisnah. Ich konnte sehr viel für mich mitnehmen und bin jetzt besser auf eine Tätigkeit als Jugendleiter vorbereitet. Für jeden, der bereits Gruppenleiter ist oder gerne werden möchte, kann ich die Juleica Schulung also nur absolut empfehlen!


Zweiter Diskussionsabend in meinem Projekt unter dem Thema „Wirkt sich der technische Fortschritt positiv auf das Leben der Menschen aus?“

Die Idee, über dieses Thema zu diskutieren, ist mir beim Lesen eines vor zwei Wochen erschienenen Artikels aus der Zeitung „Der Spiegel“ gekommen. In diesem Artikel ging es um Wissenschaftler, die durch neue naturwissenschaftliche Methoden versuchen, das Altern des menschlichen Körpers aufzuhalten. Auch wurde der Frage nachgegangen, ob es denn wirklich gut für die Menschheit ist, wenn die Menschen irgendwann nicht mehr altern. Diese Frage fand ich sehr spannend und wollte sie deshalb in einer größeren Runde diskutieren. Das Thema des Diskussionsabends habe ich dann auch bewusst etwas allgemeiner formuliert, damit wir auch über andere Aspekte des technischen Fortschrittes, wie z.B. die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt, diskutieren können. Da das Thema so viele Aspekte beinhaltet, habe ich in der Vorbereitung für den Abend einen Freund von mir darum gebeten, zu Beginn einen kurzen Inputvortrag zu halten. Da er sich sehr für das Thema interessiert, hat er diese Aufgabe gerne übernommen. Außerdem habe ich auch einige neue Teilnehmer eingeladen, die beim letzten Abend noch nicht mit dabei waren.

Am 04.05. haben unser Praktikant Manuel und ich gegen 17:10 Uhr den Seminarraum hergerichtet (siehe Bild). Angemeldet waren, Manuel und mich mit dazu gezählt, neun Teilnehmer. Das sind zwei Anmeldungen mehr als beim letzten Abend, allerdings meiner Ansicht nach immer noch zu wenige, da ich gerne mindestens zehn Teilnehmer bei dem Abend gehabt hätte. Viele von denen, die ich angefragt habe, wollten am 06.05. den Medizinertest (TMS) schreiben und haben deswegen für den 04.05. abgesagt. Beim dritten Diskussionsabend will ich deshalb den Termin mit den Teilnehmern absprechen, bevor ich ihn festlege.

Um 17:30 Uhr sollte der Diskussionsabend nach meinem Ablaufplan starten. Ein angemeldeter Teilnehmer und eine angemeldete Teilnehmerin haben aber um 17:30 Uhr noch gefehlt, weshalb ich den Abend erst 17:45 Uhr eröffnet habe, auch wenn die beiden zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht da waren. Begonnen haben wir dann mit dem ca. drei Minuten langen Inputvortrag. In diesem wurde auf eine positive und eine negative Folge des technischen Fortschritts eingegangen. Als positive Folge wurde das Sinken der weltweiten Kindersterblichkeit durch eine bessere medizinische Versorgung genannt, als negative Folge den durch die Menschen verursachten Klimawandel. Nach dem  Vortrag habe ich den Teilnehmern fünf Minuten gegeben, um sich Gedanken zu dem Thema und Notizen für die Diskussion zu machen. Diese Bedenkzeit wurde sehr viel besser genutzt, als ich erwartet habe. Ich hätte gedacht, dass einige Teilnehmer bereits nach einer kurzen Zeit unruhig werden und sich untereinander unterhalten. Es haben aber alle die Zeit effektiv genutzt und sich Gedanken und Notizen für die Diskussion gemacht.

Nach der Bedenkzeit sind wir in der großen Gruppe in die Diskussion gestartet. Dabei haben wir als erstes über die Auswirkungen des technischen Fortschritts auf den Arbeitsmarkt geredet. Die momentane Entwicklung, also dass immer mehr Tätigkeiten im Berufsalltag von Maschinen übernommen werden, wurde durch die Teilnehmer sehr kritisch gesehen. So haben einige die Befürchtung, dass durch den vermehrten Einsatz von Maschinen immer mehr Arbeitsplätze wegfallen und die Arbeitslosigkeit deswegen steigt. Dies würde besonders Arbeitnehmer ohne hohe Qualifikation, die eh schon sehr wenig haben, treffen. Hier hat sich unter den Teilnehmern relativ schnell der Konsens gebildet, dass der Staat dieser Entwicklung entgegen wirken muss, in dem er Möglichkeiten zur Weiterbildung schafft und die Sozialausgaben erhöht. Ein Teilnehmer hat auch den Standpunkt vertreten, dass es unbedingt notwendig ist, ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Dieses würde bedeuten, dass jeder Mensch pro Monat einen Geldbetrag erhält, der zum Leben ausreichend ist, ganz egal ob der Mensch arbeitet oder nicht. Dieser Vorschlag wurde aber von den anderen Teilnehmern sehr kritisch gesehen, da nicht klar war, wie das Grundeinkommen finanziert werden soll.

Um noch einen anderen Aspekt des Themas zu beleuchten, habe ich gegen ca. 18:30 Uhr die Diskussion zu der Frage übergeleitet, wie weit wissenschaftliche Forschung gehen darf und in welchen Bereichen Forschung unethisch ist. Als Überleitung habe ich den Hinweis auf den Spiegel-Artikel genutzt, durch den ich auch auf das Thema für den Diskussionsabend gekommen bin. Zu dieser Frage gab es sehr unterschiedliche Auffassungen. Ein Teilnehmer fand z.B., dass jede wissenschaftliche Forschung erlaubt sein sollte, da während dem Forschungsprozess noch nicht klar ist, ob die Forschungsergebnisse missbraucht werden können. Im Gegensatz dazu habe ich hier die Position vertreten, dass bestimmte Arten von Forschung wie die Forschung an menschlichen Embryonen verboten werden sollte, da diese grundsätzlich unethisch ist. So haben wir in der Gruppe lange über dieses Thema diskutiert. Die anderen Teilnehmer waren dabei eher gegen ein Verbot von bestimmten Forschungsarten, da sie der Meinung waren, dass ein Verbot nur dazu führen würde, dass die Forschung illegal betrieben wird.

Gegen 19.15 Uhr ist die Diskussion dann leider abrupt zum Ende gekommen, da zwei Teilnehmer frühzeitig gehen mussten. Wir waren zwar immer noch sechs Personen, da noch ein Teilnehmer verspätet dazu gekommen ist, aber die Diskussion ist dann nicht wieder richtig in den Gang gekommen. Ich habe die Diskussion deshalb auch schon 19:30 Uhr beendet und die Teilnehmer um Feedback gebeten. Das Feedback war wieder sehr positiv, da alle gesagt haben, dass ihnen die Diskussion viel Spaß gemacht hat und sie viele neue Aspekte des Themas kennengelernt haben. Als Verbesserungsvorschlag hat sich ein Teilnehmer für das nächste Mal eine Rednerliste gewünscht, da er das Diskutieren mit einer solchen Liste sehr viel entspannter findet.

Alles in allem bin ich mit dem Ablauf dieses Diskussionsabends sehr zufrieden. Die Diskussion war bis zu dem Punkt, an dem die zwei Teilnehmer gegangen sind, sehr kontrovers und vielfältig. Auch gab es bei den einzelnen Themen wieder viele verschiedene Positionen, die die Diskussion alle sehr bereichert haben. Mit der Teilnehmerzahl bin ich noch nicht ganz zufrieden, auch wenn diese sich im Vergleich zum letzten Abend erhöht hat. Ich denke aber, dass eine Zahl von zehn Teilnehmern durchaus möglich ist, wenn ich den Termin des Abends im Voraus mit den Teilnehmern abspreche. Dann können wir auch endlich einmal die Diskussionsmethode wählen lassen und in einer anderen Form als der Großgruppe diskutieren.

Ein Kommentar von Manuel, der Teilnehmer an diesem Diskussionsabend war:

„Beim 2. Abend waren wir nun schon acht Jugendliche, was die Art der Diskussion gleich veränderte. Technischer Fortschritt ist ein Thema, dass uns alltäglich begegnet und zu dem Jeder einen verschiedenen Input einbringen konnte. Das führte manchmal dazu, dass wir zu anderen Diskussionsthemen abschweiften wie z.B. zu der Diskussion ethischer Grundwerte in Bezug auf Forschung an menschlichen Embryonen. Jedoch konnten wir die wesentlichen Dinge im Auge behalten und Ideen für verschiedene Zukunftsmöglichkeiten sammeln. So überlegten wir, was passieren muss damit der technische Fortschritt nicht in eine unkontrollierbare Richtung verläuft. Eine Idee war dabei gewisse Richtlinien einzuführen, die einer negativen Entwicklung vorbeugen. Auch dies war wieder ein interessanter Abend, bei dem ich auch viele neuen Informationen aufnehmen konnte. Am interessantesten fand ich die Fakten zur Sterblichkeitsrate und den Versuchen Unsterblichkeit zu erlangen.“


Erster Diskussionsabend in meinem Projekt unter dem Thema "Braucht der Mensch Religion?"

Am 20.04. war es endlich soweit und der erste Diskussionsabend meines FSJ Projektes unter dem Thema „Brauch der Mensch die Religion?“ stand an. Bereits ab 16:00 Uhr habe ich mit unserem Praktikanten Manuel den Seminarraum für die Diskussion vorbereitet. So haben wir in der Mitte des Seminarraums einen Stuhlkreis für die Teilnehmer aufgestellt und an den Seiten noch Getränke und einige geschnittene Äpfel auf Tellern bereitgestellt. Angemeldet waren, Manuel und mich dazu gezählt, insgesamt sechs Leute. Diese Teilnehmerzahl war etwas schade, da ich insgesamt 16 Personen eingeladen habe. Von diesen war aber ein Großteil schon anderweitig verplant und einige wenige habe ich auch telefonisch nicht erreicht, um sie einzuladen.

Gegen 17:15 Uhr sind dann die anderen vier Teilnehmer eingetroffen. Da wir insgesamt sechs Personen waren und diese auch noch früher als erwartet kamen, wurde der von mir vorher festgelegte Ablaufplan (auf dem Bild zu erkennen) ganz schön durcheinandergebracht. Ich wollte eigentlich erst 17:30 Uhr die Veranstaltung starten und die Diskussionsmethode durch die Teilnehmer wählen lassen. So haben wir schon etwas früher angefangen und auch die Wahl der Diskussionsmethode weggelassen, da es bei sechs Personen keinen Sinn ergibt, kleinere Gruppen zum Diskutieren zu bilden.

Ich habe die anderen fünf Teilnehmer dann gebeten Platz zu nehmen und einen Text aus der Zeitung „Die Welt“ ausgeteilt, den die Teilnehmer lesen und beurteilen sollten. In dem Text wurde eine Statistik ausgewertet,  nach der religiöse Menschen zufriedener und stressresistenter sein sollen. Ich habe dann in die Runde gefragt, ob die Teilnehmer es auch so sehen, dass religiöse Menschen glücklicher sind und was die Gründe dafür seien können. Darauf gab es ganz verschiedene Antworten der Teilnehmer. So hat ein Teilnehmer z.B. erzählt, dass der Zusammenhang zwischen Religiosität und Glück auch Thema in seinem Studiengang „Soziale Arbeit“ war und es viele Statistiken gibt, die belegen, dass religiöse Menschen glücklicher sind. Als Grund hierfür sieht er den Sinn, den die Religion dem Leben eines Menschen geben kann und das soziale Umfeld, dass religiöse Menschen in ihrer Gemeinde haben. Ein anderer Teilnehmer wiederrum hat den Umstand, dass religiöse Menschen glücklicher sind, so erklärt, dass die Religion verhindert, dass sich Menschen mit schwierigen Themen wie der eigenen Sterblichkeit befassen. Die Religion führt nach seiner These also zu einer verzerrten Wahrnehmung der Wirklichkeit.

So haben wir sehr lange und intensiv diskutiert und uns immer mehr der Frage genährt, was denn Religion für jeden in der Runde bedeutet. Ich habe dann schließlich die anderen Teilnehmer gefragt, was Religion für sie ausmacht. Die Antworten auf diese Frage waren sehr spannend, da sie gezeigt haben, wie vielseitig der Begriff „Religion“ ist. So hat z.B. Religion für einen Teilnehmer, der überzeugter Katholik ist, viel mit Werten und Traditionen zu tun. Im Gegensatz dazu steht der Begriff „Religion“ für einen anderen Teilnehmer und  mich eher für ein spirituelles Gefühl, dass sich nur sehr schwer beschreiben lässt.

So haben wir unsere eigenen Religionsdefinitionen nach und nach erklärt und diese diskutiert. Dabei sind wir durch die Definitionen von zwei Teilnehmern, von denen der eine katholisch und der andere evangelisch gläubig ist, immer mehr auf den christlichen Glauben gekommen und wie sich dieser auf das Leben der Menschen auswirkt. Besonders zentral war dabei die „Leidfrage“, also die Frage, warum Gott all das menschliche Leid auf der Welt zulässt. In dem wir Antworten auf diese Frage gesucht haben, haben wir uns auch langsam aber sicher dem Ende der Diskussion genährt. Es war bereits 19:45 und ich wollte eigentlich um 20 Uhr Schluss machen. Ich habe deshalb um 19:50 die Diskussion beendet und die anderen fünf Teilnehmer gebeten, Feedback sowie Themen- und Änderungsvorschläge für die nächsten Abende zu nennen. Das Feedback war sehr gut, da alle fünf gesagt haben, dass ihnen das Diskutieren und der Austausch untereinander sehr viel Spaß gemacht haben und sie gerne auch am nächsten Diskussionsabend teilnehmen würden. Ein Teilnehmer hatte einen sehr guten Vorschlag für den Ablauf des nächsten Abends. So meinte er, dass er es gut fände, wenn die Teilnehmer zu Beginn fünf bis zehn Minuten Zeit bekommen, um sich Gedanken und Notizen zu dem Thema zu machen. Diese Idee finde ich richtig super und werde sie beim nächsten Abend einführen. Passende Themenvorschläge gab es leider keine, allerdings hat ein Teilnehmer zugesagt mir noch Themen zu schicken, die ihm im Nachgang einfallen. Nach dieser kurzen Feedbackrunde haben wir dann noch alle zusammen den Raum aufgeräumt und um kurz nach 20 Uhr die Geschäftsstelle verlassen.

Rückblickend betrachtet war der Diskussionsabend insgesamt wirklich ein schönes Ereignis. Die Diskussion ist super verlaufen und war durch die vielen verschiedenen Positionen sehr spannend und vielseitig. Durch das sehr positive Feedback kann ich auch davon ausgehen, dass es den anderen Teilnehmern gefallen hat, was mir natürlich sehr wichtig ist. Die geringe Teilnehmerzahl war zwar etwas schade, war aber dem Umstand geschuldet, dass ich die Teilnehmer zu spät eingeladen habe. Beim nächsten Mal will ich diese deshalb bereits eine Woche vor dem Diskussionsabend einladen, damit sie sich den Abend freihalten können.  Die Planung für den nächsten Abend hat auch schon begonnen und ich freue mich schon jetzt darauf, wenn es wieder so weit ist!

Ein Kommentar von Manuel, der Teilnehmer an diesem Diskussionsabend war:

„Den ersten Diskussionsabend empfand ich als einen angenehmen Austausch über die einzelnen Sichtweisen. Das Thema Glaube und Religion habe ich schon oftmals besprochen, jedoch hatte ich noch nie die Gelegenheit mit Jugendlichen darüber zu reden, die eine komplett andere Meinung zu der Thematik haben.  Durch die Moderation von Justus lief aber alles  in einem geordneten Rahmen ab. Jeder konnte seinen Standpunkt erläutern und die anderen Ansichten hinterfragen. Dies ist mir besonders positiv durch die kleinere Gruppengröße aufgefallen. Aber ich denke, dass man auch in größeren Gruppen zu interessanten Diskussionen kommen kann. Ich bin gespannt auf die weiteren Abende…“


Mein Projekt im Freiwilligen Sozialen Jahr

Im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) soll jeder FSJ'ler ein eigenes Projekt planen und durchführen. Die Idee für mein Projekt hatte ich zu Beginn des FSJ. Ursprung dafür war, dass ich schon immer viel Spaß am Debattieren hatte und zu diesem Zeitpunkt Mitglied eines Debattierclubs werden wollte. Ich habe also nach passenden Angeboten gesucht und nichts gefunden, bis auf eine Debattier-AG an der Uni Leipzig. Diese bestand aber fast nur aus Studenten und auch die Themen, über die dort diskutiert wurde, haben mich nicht so interessiert. So ging es dort viel um den US-Präsidentschaftswahlkampf und internationale Konflikte. Da ich also für Jugendliche in meinem Alter kein passendes Angebot fand beschloss ich, selbst regelmäßig Diskussionen über politische und philosophische Themen zu veranstalten. Zunächst fanden diese in kleinen Runde von vier bis fünf Leuten bei mir zu Hause statt. Bei der Auswahl der Themen habe ich darauf geachtet, Themen zu wählen, die mich selbst interessieren und die nicht zu viel Vorwissen brauchen.  So haben wir zum Beispiel über das Thema „Was ist Glück?“ gesprochen. Bei diesem Thema ist das Schöne, dass es jeden beschäftigt und man nicht viele Fakten kennen muss, um darüber zu sprechen.

Da ich die Diskussionsabende gerne in einem größeren Rahmen aufziehen wollte, kam mir die Idee, sie als FSJ-Projekt in unserem Seminarraum zu veranstalten. Corinna war damit einverstanden und einige Freunde von mir haben sich dazu bereit erklärt, mit mir die Diskussionsabende vorzubereiten und durchzuführen. Ich habe dann zunächst eine schriftliche Projektbeschreibung ausgearbeitet, wie man auf dem Foto erkennen kann. In der Projektbeschreibung stand, wie die Diskussionsabende ablaufen und vorbereitet werden sollen und was die Ziele für das Projekt sind.
Zu diesen Zielen gehört  zum Beispiel, dass ich meine Fähigkeiten als Moderator in Diskussionen verbessern will und die Diskussionsabende so gestaltet werden, dass auch Personen ohne Vorwissen zu den Diskussionsthemen an den Abenden teilnehmen können.

Den allgemeinen Ablauf haben wir uns so überlegt, dass die Teilnehmer bis 17:45 Uhr eintreffen und dann die Diskussionsmethode wählen, in der wir dann später diskutieren. Dabei können sie sich aus verschiedenen Diskussionsmethoden, die wir schon in der Planung für den Abend bestimmen, eine aussuchen. Die Art der Diskussionsmethode hat einen sehr starken Einfluss darauf, wie sich die Diskussion entwickelt. So verläuft die Diskussion in einer großen Gruppe mit einem Moderator ganz anders als in kleinen Gruppen, die aus vier bis fünf Personen besteht und in denen der Moderator selbst mitdiskutiert. In einer großen Gruppe kommt die Diskussion zum Beispiel schneller in Gang, da es mehr Personen gibt, die sich äußern wollen. Dafür kann es auch schnell passieren, dass es sehr unruhig wird, weil sich einige Teilnehmer während der Diskussion untereinander unterhalten.

Ich selbst bin ein großer Freund von einer Diskussion in einer kleinen Gruppe, da sich das Diskutieren hier viel angenehmer anfühlt, weil man immer gleich auf das Antworten kann, was die Person vor einem gesagt hat. Auch ist diese Konstellation für den Moderator sehr viel entspannter, da er keine Redeliste führen muss. Da die Teilnehmer meine Präferenzen aber ja nicht teilen müssen, will ich ihnen trotzdem die Möglichkeit geben, den Abend selbst zu gestalten.

Nach der Wahl der Diskussionsmethode soll dann immer ca. 18:00 Uhr die Diskussion beginnen und bis 19:30 Uhr andauern. Nach 19:30 Uhr haben die Teilnehmer dann noch die Möglichkeit, Themenvorschläge für die nächsten Abende und Feedback zum aktuellen Abend einzubringen, bevor die Veranstaltung dann 20:00 Uhr komplett endet.

So viel zur Planung und dem Inhalt meines FSJ-Projektes. Insgesamt habe ich vier Abende geplant, von denen ich euch noch berichten werde. Im nächsten Beitrag wird es dann um meinen ersten Diskussionsabend gehen.


Jugendleiterschulung in Bad Lausik - Das erste Wochenende

(25.04.2017)

Am Tag nach der Wiederkehr aus Brüssel ging es für mich weiter zu unserer dreitägigen Juleica G Schulung. Diese fand in einer sehr schönen, direkt an einem Wald gelegenen Jugendherberge in Bad Lausick statt.
In der Juleica G Schulung wird Jugendleitern, die ehrenamtlich bei einem Träger der Jugendhilfe, einem Verein oder Verband der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, grundlegendes Wissen für ihre Arbeit als Jugendleiter vermittelt. Hierzu gehören u.a. rechtliche Grundlagen, Spielpädagogik und andere pädagogische Anforderungen, Versicherungen und Verträge, Demokratiebildung.
Nach Besuch der beiden Schulungswochenenden können die Jugendleiter dann die Jugendleitercard beantragen, mit der sie sich offiziell als qualifizierte Jugendleiter ausweisen können. Die Träger haben durch eine abgeschlossene Juleica-Ausbildung eine zusätzliche Gewissheit dafür, dass die für sie tätigen Jugendleiter wirklich für diese Arbeit qualifiziert sind. Für die Inhaber einer Juleica gibt es auch in vielen Freizeit- und Kultureinrichtungen in ganz Sachsen Ermäßigungen.

In unserem Themenkatalog waren alle Themen enthalten, die eine Rolle im Alltag eines Jugendleiters spielen. So ging es zum Beispiel um Themen wie Aufsichtspflicht und Haftung als Jugendleiter, Kommunikation, Strukturen der Jugendhilfe, Projektmanagement und viele weitere. Auch haben wir viele spaßige Spiele gespielt, die die Jugendleiter super in ihren eigenen Gruppen anwenden können. Am lustigsten fand ich das „Klammernspiel“, da man sich hier sowohl viel bewegen als auch stark konzentrieren muss. Bei diesem Spiel hat jeder Teilnehmer vier Wäscheklammern, die er gut sichtbar an seiner Kleidung befestigt. Ziel des Spiels ist es, den anderen Teilnehmern die Klammern zu klauen und am Ende selbst die meisten Klammern zu besitzen.

Von den theoretischen Themen fand ich im Modul „Kommunikation“ das Thema „Konfliktmanagement“ am spannendsten. Hier haben wir gelernt, wie sich unterschiedliche Menschen in Konfliktsituationen verhalten und was es als Gruppenleiter alles bei der Konfliktschlichtung zu beachten gibt. Das Thema hat mich sehr fasziniert, da ich durch das erlernte Wissen einen neuen Blick auf vergangene Konfliktsituationen in meinem persönlichen Umfeld entwickeln konnte.

Als besonders einprägsames Ereignis ist mir noch der „Bunte Abend“ am Tag vor unserer Abreise im Gedächtnis hängengeblieben. Hier sollten die Teilnehmer selbst das Abendprogramm gestalten. Wir wurden dafür in Gruppen mit je acht Personen aufgeteilt und sollten uns in jeder Gruppe ein 20 minütiges Programm ausdenken. Außerdem erhielt jede Gruppe noch einige Gegenstände, die in dem Programm verwendet werden sollten. Zu diesen Gegenständen gehörten einige Seile, ein Babystuhl und der persönliche Gegenstand, den wir selber mitbringen und der unser Hobby beschreiben sollte.
Meine Gruppe hat dann auf Basis der Gegenstände ein abstruses, aber lustiges Theaterstück entwickelt, in dem Jessi einen Drachen, Stefan und Elise zwei gelangweilte Verwaltungsangestellte, ich einen Ritter und Susann die Erzählerin gespielt hat.
Gegen Ende der 20 Minuten haben wir dann noch zusammen mit den Teilnehmern Musik auf unseren Gegenständen gemacht.

An diesem Abend habe ich auch gemerkt, dass wir als Teilnehmer eine super Gruppe gebildet haben, die viel Spaß zusammen haben konnte. Dies war neben den vielen Spielen, der super Unterbringung und der großen Themenvielfalt auch der Hauptgrund, warum die Schulung trotz meiner vom Seminar in Brüssel erschöpften Kraftreserven so viel Spaß gemacht hat.


Seminarfahrt nach Brüssel

(06.04.2017)

Vom 26. bis 30. März bin ich mit meiner FSJ-Gruppe nach Brüssel gefahren. Direkt am Morgen des 26.3. ging es vom Leipziger Hauptbahnhof mit dem Bus los und erst gegen Abend sind wir in unserem Hostel in Brüssel angekommen. Da ich wegen der langen Fahrt sehr fertig war, wollte ich an diesem Abend nur noch ins Bett und hatte deshalb auch keine Lust darauf, mir noch die Stadt anzuschauen.  Ich habe aber nicht wirklich etwas verpasst, da wir am nächsten Tag eine Stadtrundfahrt gemacht haben. Bei dieser konnte sehen, wie vielfältig die Stadt Brüssel ist. So sind wir zum Beispiel durch ein sehr alternatives Viertel mit vielen kleinen Läden gekommen, dass vom Aussehen stark dem Stadtteil Connewitz in Leipzig ähnelte. Einen Kontrast dazu bildete der prunkvolle Palast des belgischen Königs und das sehr schicke Europaviertel.

Im Laufe der Woche haben wir dann noch die EU-Kommission und das EU-Parlament (siehe Foto) besucht. Auch waren wir einmal zu Besuch im Internationalen Komitee des Roten Kreuzes. Hier haben uns die Mitarbeiter des Komitees einen Vortrag über die internationale Tätigkeit des roten Kreuzes gehalten. Das war für mich besonders spannend, da ich zukünftig gerne bei einer NGO wie dem Roten Kreuz arbeiten würde. Um beim RK zu arbeiten muss man allerdings Englisch, Französisch und noch eine dritte Sprache  fließend können. Um so gut in diesen Fremdsprachen zu sein muss ich noch einiges an Zeit investieren, da gerade meine Französisch-Kenntnisse nicht sehr viel weiter reichen als der Satz: „Je ne parle pas français“. Ich kann aber jedem raten sich die Stadt mit ihren vielfältigen Sehenswürdigkeiten einmal anzuschauen. Allein schon wegen der Brüsseler Schokolade ist es das wert.


Erste Erfahrungen als Seminarleiter

(24.03.2017)

Einige Zeit ist es seit meinem letzten Blogbeitrag her und es ist einiges passiert, von dem ich euch erzählen möchte. Für mich besonders wichtig war ein Ereignis am 24.02., als ich bei einem Lehrgang in der Thomasschule zusammen mit einer unserer Ehrenamtlichen ein Modul geleitet habe, bei dem es um das Thema „Sucht“ und verschiedene Drogen und  deren Wirkung auf den Körper ging.

Bei der  Vorbereitung auf das Modul hat mir die Recherche zu den einzelnen Drogen sehr viel Spaß gemacht, da ich das Thema sehr faszinierend finde und ich mir viel neues Wissen über die biochemischen Prozesse im menschlichen Körper während des Drogenkonsums aneignen konnte. Kurz vor dem Start unseres Moduls war ich dann trotzdem ziemlich aufgeregt, da ich noch nicht wusste wie es ist, selber ein Seminar zu leiten. Als ich dann mit meinem Teil dran war lief zum Glück alles wie geplant. Trotz meiner anfänglichen Bedenken haben sich auch die Teilnehmer des Seminars durch viele Rückfragen und eigene Anmerkungen gut eingebracht. Schade war dann am Ende nur, dass das Feedback der Teilnehmer zu unserem Teil ziemlich negativ war. Das lag aber daran, dass sie generell wenig Lust auf das Thema Sucht und Suchtmittel hatten, weshalb das negative Feedback auch wenig mit der Art wie wir das Seminar gehalten haben zu tun gehabt hatte. Etwas enttäuschend war es trotzdem. Das wichtigste an dem ganzen Seminar war aber, dass ich selber erfahren konnte wie viel Spaß und Arbeit  es macht Seminare vorzubereiten und zu halten. Es ist etwas schade, dass in der nächsten Zeit beim Jugendring kein weiteres Seminar ansteht, bei dem ich als Leiter mithelfen kann. Sollte es aber wieder eines geben, werde ich euch definitiv davon berichten.


Vorstellung und erste Eindrücke aus der Kommunalpolitik

(04.11.2016)

Da das hier mein zweiter Beitrag auf diesem Blog Das ich mein FSJ im SJR mache war ja eine sehr kurzfristige Entscheidung, die ich erst auf dem FSJ-Auswahltag getroffen habe. Ich kannte den SJR davor auch gar nicht und habe erst durch ein sehr cooles Gespräch mit dem alten FSJler Marco von der Arbeit des Stadtjugendrings erfahren. Da die Stelle mehrere Aspekte vereinte die mir wichtig waren, habe ich dann auch direkt zugegriffen.

Nun aber Weg von mir und meinem Weg hierher hin zu den vielen Erfahrungen und Eindrücken, die ich in den knapp zwei Monaten beim SJR bereits gesammelt habe. So konnte ich zum Beispiel gleich zu Beginn bei der Vollversammlung des SJR dabei sein und viele der Mitglieder kennenlernen. Ebenfalls habe ich meine doch sehr lückenhaften kommunalpolitischen Kenntnisse etwas aufgebessert und erste Einblicke in die Leipziger Jugendpolitik erhalten, in dem ich zum Beispiel bei der Sitzung des Gremiums "Jugendgerechte Kommune" mit anwesend war. Auch konnte ich mir manchmal ein kleines Kopfschütteln nicht verkneifen, wenn ich die riesigen Aktenberge des Jugendhilfeausschusses zu bestimmten Detailfragen gesehen habe, die in regelmäßigen Abständen zu uns in die Geschäftsstelle geschickt werden. Dadurch ist aber auch definitiv mein Respekt vor den Leuten gewachsen, die sich mit solchen Detailfragen oft auch ehrenamtlich auseinander setzten und bei jeder Sitzung top informiert seien müssen. Ich kann hier auch nur jedem empfehlen sich ein eigenes Bild davon zu machen, was diese Leute leisten und so auch eigene Einblicke in die Kommunalpolitik zu gewinnen. Auf jeden Fall werde ich euch aber auch über meine weiteren Erfahrungen auf diesem Gebiet auf dem laufenden halten.


Unser FSJler stellt sich vor…

(04.11.2016)

Ein freundliches Hallo an alle Besucher*innen unserer Homepage!

Mein Name ist Justus Braun, ich bin 17 Jahre alt und werde bis einschließlich August 2017 im Rahmen meines FSJ Politik die Arbeit der Geschäftsstelle des Stadtjugendrings tatkräftig unterstützen.

Zuallererst ein paar Worte zu mir. Ich habe in diesem Jahr mein Abitur erfolgreich absolviert und möchte mit einem FSJ Politik erste Erfahrungen im politischen Betrieb sammeln und herausfinden, ob ein politisches Engagement etwas für mich wäre.

Auf den SJR als Einsatzstelle bin ich erst auf dem Auswahltag für das FSJ Politik aufmerksam geworden. Bei dem Vorstellungsgespräch haben ich dann festgestellt, das Marco, der vorherige FSJler, ebenfalls bei den Jusos ist. Daraufhin hatten wir ein ziemlich cooles Gespräch über die Arbeit des SJR und das Jugendparlament, worauf hin ich mich dann auch direkt für die Stelle entschieden habe.

Innerhalb meines FSJ freue ich mich dabei besonders auf die neuen Eindrücke aus der Kommunalpolitik und auch darauf selbstständiger durch z.B. ein besseres Aufgaben- und Zeitmanagement zu werden.

Ebenfalls interessieren mich auch die generellen Abläufe in meiner Arbeitsstelle, beginnend mit der Organisation von vereinsinternen Veranstaltungen, über die Arbeit innerhalb der Geschäftsstelle und die Buchhaltung bis hin zu rechtlichen Grundlagen des Vereins. In zwei weitere Themenbereiche möchte ich während meines FSJ mehr Einblick gewinnen. Dies ist einerseits die Öffentlichkeitsarbeit (z.B.: Pflege der Homepage, Beiträge in sozialen Netzwerken und Gestaltung von Werbematerialien) und andererseits die Organisation von Veranstaltungen (z.B.: Demokratieführerschein, Weiterbildungen, JuLeiCa).

Mit viel Motivation trete ich die neue Herausforderung an und freue mich auf ein abwechslungsreiches, spannendes und vor allem erfahrungsreiches Jahr im Stadtjugendring Leipzig!

Bei Fragen könnt ihr euch jederzeit gerne an mich wenden.