"Mut statt Hetze"

Veranstaltungsreihe zur Stärkung der demokratischen Jugendarbeit in Stadt und Land

Worum geht es uns?
Unsere Veranstaltungsreihe soll sich an all jene richten, die in ihren Wohnorten und Lebensumfeldern engagiert sind und die gemeinsam mit anderen und Expert*innen in Austausch kommen wollen. Als Jugendringe wollen wir dabei auch besonders Jugendliche einladen, mit uns ins Gespräch zu kommen. Unsere Fragen dazu sind:
Wie kann Demokratie im Alltag gelingen und wie können wir demokratische Entscheidungsprozesse anregen?
Welche Kompetenzen brauche ich, um wirkungsvoll rechten Parolen entgegen treten/ entgegnen zu können? Wie können wir Angriffen auf unsere demokratische Arbeit begegnen?

Eine Kooperation des Stadtjugendring Leipzig e.V. & Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V.
Mit unserer gemeinsamen Veranstaltungsreihe wollen wir Möglichkeiten zum Austausch, zur Kooperation und zur Vernetzung zwischen engagierten Menschen aus der Jugend(verbands)arbeit in Leipzig sowie im Landkreis Leipzig schaffen.

Agieren statt reagieren, die Demokratische Zivilgesellschaft stärken

Die demokratische Arbeit der Jugendverbände und Jugendringe wird vielerorts bereits jetzt durch Angriffe rechter Strukturen bedroht.

Mit dem kommenden Wahljahr 2019 kann diese Tendenz noch weiter zunehmen. Sich aktiv mit dem Thema Rechtspopulismus und einer rechtsoffene Gesellschaft auseinanderzusetzen, zieht sich wie ein roter Faden durch die insgesamt fünf Veranstaltungen der „Mut statt Hetze“ Reihe. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner, dem Kinder- und Jugendring Leipziger Land e.V., haben wir uns mit den Strukturen demokratiefeindlicher Bewegungen, praktische Möglichkeiten der Demokratieerfahrung in den Vereinen und Verbänden und Möglichkeiten im Umgang mit Stammtischparolen beschäftigt.

Auf der Abendveranstaltung zum Abschluss der Veranstaltungsreihe möchten wir den Teilnehmer*innen aufzeigen, was Demokratie, Vielfalt und Akzeptanz ganz konkret bedeutet und erste Handlungsempfehlungen im Umgang mit dem Thema erarbeiten. Daher setzen sich am Abend des 29. November die Teilnehmer*innen mit zwei düsteren Szenarien auseinander.

Ist eine politische Neutralität möglich?

Eine Gruppe erhält die Aufgabe, sich mit der politischen Neutralität auseinander zu setzen. Dabei nehmen wir als ersten in den Blick, wie viel politisches Handeln im aktiven Vertreten von Vielfalt, Weltoffenheit und Menschlichkeit steckt. In diesem Szenarium wird der Gruppe ihr Engagement zum Verhängnis: Sie gelten nun als „linksextremer“ Jugendverband und noch schlimmer, selbst etablierte Parteien stimmen mit ein.

Welche Folgen haben solche Anschuldigungen? Gilt der Einsatz gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung als Extremismus, oder muss dieser sogar als "links" bezeichnet werden? Eins wurde klar: alle Teilnehmer*innen stehen für Vielfalt, Weltoffenheit und Menschlichkeit ein und verbinden ganz persönliche Erfahrungen und Ansprüche damit. Sie vertreten gemeinsam die Interessen und die Wertevorstellung in ihrem Verein oder Verband und möchten davon nicht Abstand nehmen. Der Vorschlag, sich von nun an neutral zu verhalten und keine politischen Schulungen mehr anzubieten, wurde daher abgelehnt und sich innerhalb des Szenariums entschlossen, gegen diese Anschuldigungen aktiv vorzugehen.

Die zweite Gruppe muss sich einer ganz anderen Herausforderung stellen. Ein Kinder- und Jugendring hat sich klar gegen die Zusammenarbeit mit rechtsoffenen Parteien positioniert. Diese werden aber bei den Wahlen stärker und stärker und sitzen in den politischen Gremien. In dem Szenarium versuchen diese Parteien einzelne Mitglieder gegeneinander auszuspielen und die Solidarität in dem Jugendring zu schwächen. Ziel ist der oder die Vorsitzende als Einzelperson anzugreifen. Die Gruppenarbeit zeigt, dass man sich dies nicht gefallen lassen möchte. Wichtig ist dabei die Kommunikation nach innen und nach außen. Auch eine Positionierung auf Grund der satzungsgemäßen Ziele unterstützt den Vorstand bei ihrem Handeln und natürlich ist die Suche nach Bündnissen und Unterstützer*innen in beiden Beispielen sehr wichtig.

Die Realität holt uns ein

Erstaunt sind die Teilnehmer*innen, dass diese Beispiele nicht aus der Luft gegriffen sind, sondern sich in ähnlicher Weise so zugetragen haben. Es gibt eine Vielzahl von Angriffen auf die Jugendvereine und –verbände sowie auf die Ringe. Ob in Sachsen-Anhalt der Landes Kinder- und Jugendring für ihr Positionspapier gegen die AfD angegriffen, oder die Falken in Rheinland-Pfalz diffamiert wurden. In der anschließenden Gesprächsrunde sind noch weitere zahlreiche größere und kleinere Beispiele zusammengetragen worden.

Als Teil dieser Gesellschaft mutig bleiben

Die Veranstaltungsreihe zeigt auf, welche Herausforderungen es gibt sich für Demokratie, Vielfalt, Toleranz und Solidarität zu engagieren. In den fünf Abend- und Tagesveranstaltungen zeigten wir Handlungsansätze und Möglichkeiten zum Austausch, Kooperation und Vernetzung um weiterhin mutig für unsere Gesellschaft einstehen zu können.

Rückblick der Betzavta Schulung

Betzavta stammt aus dem hebräischen und bedeutet „im Miteinander“

Langsam findet die „Mut statt Hetze“ Reihe ihr Ende. Unter dem Motto „ICH bin gefragt!“ fand ein Betzavta Workshop statt. Das Konzept kommt aus Israel. Das Motto hat den Workshop ziemlich gut zusammengefasst, denn der Workshop hat von dem aktiven Mitmachen der Teilnehmenden gelebt. Mehr Hintergründe und Aufbau des Konzepts findet ihr  >> hier

Das Kennenlernen

Der Workshop begann mit spannenden Kennenlern-Spielen. Die erste Aufgabe war es uns ohne verbale Kommunikation in eine Reihe aufzustellen, vom kürzesten bis zum längsten Fahrweg. Alle haben mitgemacht, inklusive die Trainer_innen Anne-Marie Henker und Stefan Löbtke. Anschließend sollten wir uns in eine geordnete Reihe anhand der Geschwisteranzahl aufstellen. Die nächste Aufgabe war es uns vorzustellen, dass die Mitte des Raumes Leipzig ist. So sollten wir uns positionieren wo wir aufgewachsen sind und sozialisiert wurden. Danach wurde die Frage der Vereinsmitgliedschaft gestellt. Die Vereinsmitgliedschaft fiel vielfältig aus und die Menschen haben erzählt in wie weit die Vereine sie nachhaltig geprägt haben. Natürlich beeinflussen uns der Ort, in dem wir aufgewachsen sind, sowie die Familie. Dieses Los trifft uns aber rein zufällig und wir können uns dieses nicht aussuchen.. Jedoch entscheiden wir uns mehr oder weniger freiwillig und bewusst für einen Verein, wo wir gerne unsere Freizeit verbringen oder den wir unterstützen. Das war die erste Lehre aus dem Workshop.

Die Übungen

Das Betzavta Konzept besteht aus Übungen. Aus der zahlreichen Auswahl haben wir an diesem Tag zwei Stück durchgeführt. In der ersten Übung ging es um den überzeugten Demokraten. Wir sollten fünf Eigenschaften aufschreiben die einen überzeugten Demokraten ausmachen. Die Aufgabe war es nun uns in der Gruppe zu einigen, welche drei Eigenschaften einen idealen Demokraten ausmachen. Es kam zu einer lebhaften Diskussion. Es wurde das Für und Wider von Begrifflichkeiten diskutiert. Letztendlich entschieden wir uns für drei Begriffe. Die Trainer_innen haben unabhängig voneinander Protokoll geführt. Nachdem sich die Gruppe auf drei Begriffe geeinigt hat, stellten wir unsere Begriffe den Trainer_innen vor.  Anne und Stefan haben ihre Beobachtungen geschildert und Fragen gestellt.

In der zweiten Übung sollten wir unser Traumhaus zeichnen. Die Aufgabe war es nun alle Traumhäuser auf ein A2 Papier zu bekommen. Wir mussten als Gruppe die Traumhäuser ausschneiden und das so platzieren, dass alle zufrieden sind. Anschließend wurden die Beobachtungen der Trainer_innen geschildert, denen wir mit Rede und Antwort standhalten mussten. Das war sehr spannend, denn es wurde bewusst Zeit genommen für eine Reflexion. Was hat in der Interaktion innerhalb der Gruppe gut geklappt, was fiel unter dem Tisch? Wie sind wir miteinander umgegangen?

Der theoretische Input

Das war eine gute Überleitung zur Theorie des Betzavta. Dieses Konzept wurde in Israel von Pädgog_innen erstellt. Betzavta ist eine menschenrechtsorientierte Methode. Hier wird spielerisch in Übungen Demokratie erlebbar gemacht. Demokratie als Lebensform. Diese Übungen sind geeignet für Kinder, Jugendliche bis hin zum Erwachsenenalter. Dabei wird in Gruppen und auf deren Konfliktfähigkeit hin gearbeitet. Es bleibt das Ziel, diese in der Gruppe gemeinsam zu lösen. Da gibt es nicht die richtige Lösung und die Ergebnisse sind auch immer ergebnisoffen. Die Trainer_innen beklagten dass dieses Konzept noch nicht richtig angekommen ist in den Schulen und anderen Einrichtungen hierzulande. Sie wünschen sich ein größeres Bewusstsein für dieses Konzept.

Unter anderem bietet das DGB Bildungswerk in der Jugendbildung mehrere Workshops und Seminare an >> hier

 

Von unserem Thementag hat Ramla berichtet.

Rückblick zur dritten Veranstaltung "Was tun gegen Stammtischparolen"

Wie geht man mit Aussagen um, die rassistisch, sexistisch oder anderweitig diskriminierend sind? In einem Stammtischparolen-Workshop wurde diese Frage aus verschiedenen Perspektiven, mit den Teilnehmenden, diskutiert.

Am Abend des 24.10.2018 fand im Kinder-und Jugendring Landkreis Leipzig e.V. die dritte Veranstaltung der „Mut statt Hetze“ Reihe statt. Gemeinsam mit Susanne Feustel, vom Kulturbüro Sachsen e.V, gewannen die Teilnehmenden einen Einblick wie man gegen diskriminierende Aussagen und Handlungen in Aktion treten kann. Andreas Rauhut, Geschäftsführer des KJRS Leipziger Land, leitete den Abend mit einem Rückblick zu vergangenen, sowie zukünftigen Veranstaltungen der „Mut statt Hetze Reihe“ ein.

Die erste Workshop-Phase

Anschließend stellte sich die Referentin Susanne Feustel vor. Sie arbeitet für das Kulturbüro Sachsen e.V. im Bereich der Erwachsenen- und Bildungsarbeit. Normalerweise dauert so ein Stammtischparolen- Workshop mindestens ein Tag. Dementsprechend hatte sie viel an Material parat. Zu aller Erst gab sie ein Input zur Ideologie der Ungleichwertigkeit. Das war ein Überblick von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie z.B. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homophobie. Diese Begriffe wurden kritisch betrachtet und nicht als  ein vollkommenes Konzept gesehen. Anschließend gewannen die Teilnehmenden einen Überblick von rechten Gruppierungen und Strategien. Dazu zählten unter anderem Neonazi-Parteien, die Identitäre Bewegung und PEGIDA.  Nach dem theoretischen Teil, ging es mit praktischen Übungen weiter.

Die zweite Workshop-Phase

Die Teilnehmenden sollten sich vorstellen, dass sie als Sozialpädagoge oder Sozialpädagogin in einem Jugendclub arbeiteten. Eines Tages kommt ein Jugendlicher mit der T-Shirt Aufschrift „Nationaler Sozialist“ in dem hiesigen Jugendclub. Wie würdest du reagieren? Dafür hatten die Teilnehmenden kurz Zeit mit den Nachbarn darüber zu diskutieren. Danach wurden in der großen Gruppe die verschiedenen Ebenen diskutiert. Die Mehrheit der Teilnehmenden entschieden sich dafür ihn entweder rauszuschmeißen oder mit ihm ein vertrauliches Gespräch zu führen, um seine Art sich anzuziehen zu hinterfragen. Die Betroffenenperspektive sollte nicht außer Acht gelassen werden, es könnten sich schließlich Menschen ausgegrenzt oder verletzt fühlen, wenn sie merken, dass solches Verhalten toleriert wird. In der zweiten Übung sollten sich die Teilnehmenden vorstellen auf der Geburtstagsfeier ihres Opas zu sein. Sämtliche Familienmitglieder sind eingeladen. Die Aussage „Alle Ausländer sollten abgeschoben werden.“ fällt am Tisch. Erneut die Frage: Wie würdest du reagieren? Was für Strategien würdest du anwenden? Die Teilnehmenden tauschten sich am Buffet aus. In der großen Runde wurden die verschiedenen Lösungen für diese Situation vorgestellt. Die Referentin konnte uns zeigen, dass wir solche Aussagen mit ganz vielen wahren Fakten widerlegen können. Dazu gibt es viele Argumentationshilfen im Internet. Natürlich besteht die Möglichkeit seiner Unmut Luft zu machen, ohne in eine lange Diskussion zu enden.

Die abschließende Zusammenfassung von Argumenten

Zum Abschluss zeigte uns Susanne Feustel eine Tabelle die strukturiert darstellte welche Formen von Positionierungen es gibt. Es gibt die Möglichkeit des Argumentierens, des Hinterfragens, der Gegenstimmung forcieren d.h. der Person spiegeln, dass weiter Widerspruch besteht, die Konversation zu unterbinden oder das Ganze mit Humor begegnen. Es gibt noch weitere Möglichkeiten. Es ist jedoch wichtig immer mögliche Betroffene im Blick zu behalten, damit diese nicht verletzt oder angegriffen werden. Im Anschluss hat sich die Referentin Feedback von den Teilnehmenden geholt. Leider war es viel zu kurz. Die Teilnehmenden hätten sich gerne ein, zwei Tage dafür Zeit genommen um intensiv sich mit dem Thema zu befassen. Der Workshop wurde positiv aufgenommen.    

Rückblick zur zweiten Veranstaltung "Mitbestimmung leicht gemacht - Methoden der Demokratiebildung"

Das war der zweite Themenabend der Mut statt Hetze Veranstaltungsreihe. Im Gesetz ist verankert dass Kinder ein Recht auf Beteiligung haben. Wie sieht diese Beteiligung aus? Wie wird Mitbestimmung leichtgemacht? Diese und weitere Fragen versuchten wir gemeinsam mit Ildiko Jahn herauszufinden. Dabei haben wir uns ausgetauscht zu verschiedenen Methoden der Demokratiebildung im Verein.

Am 27.09.2018 lud der Stadtjugendring Leipzig e.V.  und der Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V. die Expertin Ildiko Jahn ein. Sie ist Erziehungswissenschaftlerin und seit vielen Jahren in der Jugendverbandsarbeit aktiv. Die Veranstaltung war frei zugänglich für Ehrenamtliche und Interessierte. Durch ein Input von Ildiko startete der Abend um 18 Uhr. Wir haben verschiedene Formen von Beteiligung diskutiert. Es gibt 3 Arten. Die offene, die projektorientierende und die repräsentative Beteiligung. Diese können unterteilt werden in lebensweltorientiert oder systembezogen, also auf institutioneller Basis. Dabei sind wir in verschiedenen Bereichen der Organisation eingegangen. In einigen Jugendverbänden gibt es bspw. den Zeltlagerrat. Die Kinder und Jugendlichen versammeln sich während einer Freizeitfahrt an einem zentralen Platz und entscheiden was es zum Beispiel zum Frühstück gibt. Dann gibt es noch die Vollversammlungen. Alle Mitglieder eines Jugendverbandes kommen zusammen um wichtige Entscheidungen zu treffen und Projekte vorzustellen. Auf kommunaler Ebene gibt es das Jugendparlament. Es wurde das Für und Wider dieser Institution diskutiert. Der rechtliche Rahmen wurde von Ildiko beleuchtet. In der sächsischen Gemeindeordnung steht dass Kinder das Recht haben sich zu beteiligen. Doch das Gesetz ist allgemein und hat keine konkreten Beispiele für Mitbestimmung. Diese können vielfältig sein.

Durch viele Illustrationen wurden uns Methoden der Demokratiebildung anschaulich erläutert. Anschließend fand sich noch viel Raum und Zeit anhand von konkreten Fallbeispielen sich auszutauschen und Inspirationen zu bekommen für die eigene ehrenamtliche Arbeit. Es kam zum Austausch der Jugendlichen, die Mitglied bei verschiedenen Jugendverbänden sind. Die Vernetzung ist uns sehr wichtig und dies ist es auf dieser Veranstaltung gelungen. Unter Anleitung von Ildiko Jahn kamen die Teilnehmenden ins Gespräch und es wurden Fragen beantwortet.

Rückblick zum ersten Thementag zu Demokratie, Politik und Rechtspopulismus

Rechtspopulismus und Demokratie sind nicht miteinander vereinbar. Nun stellt sich die Frage: Welche Kompetenzen sind von nötig, um wirkungsvoll Gewalt und Diskriminierung entgegen zu wirken?

Mut statt Hetze - so heißt die 5-teilige Veranstaltungsreihe mit dem Untertitel ‚Zur Stärkung der demokratischen Jugendarbeit in Stadt und Land‘. Die Veranstaltung organisierte der Stadtjugendring in Kooperation mit dem Kinder-und Jugendring Landkreis Leipzig e.V. Ehrenamtliche, Engagierte und Multiplikator*innen der Jugend(verbands)arbeit, der Offenen Jugendarbeit sowie Jugendinitiativen sollen erreicht werden. Das ist eine großartige Möglichkeit um sich zu vernetzen, da verschiedene Vertreter*innen aus Sachsen teilnehmen und so überregional Kontakte geknüpft werden.

Der Auftakt fand im Dorf der Jugend, auf dem Gelände der Alten Spitzenfabrik, in Grimma statt. Der Veranstaltungsort wurde bewusst in der Kreisstadt Grimma gewählt, um den ländlichen Raum nicht auszublenden und Diskurse auch über die Stadtgrenzen hinauszutragen. Der Thementag stand unter dem Motto ‘Demokratie, Politik und Rechtspopulismus‘. Andreas Rauhut von dem Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V. hat die Veranstaltung eröffnet und gab einen kurzen Input zur aktuellen Lage in Sachsen. Die Teilnehmenden haben anschließend rege diskutiert. Um Expertinnen zu Wort kommen zu lassen, luden die Veranstalter die Referentin Ina Lorenz aus dem Kulturbüro Sachsen e.V. ein. Das Kulturbüro hat es sich zur Aufgabe gemacht, Projekte mit jungen Menschen zu fördern und zu begleiten, die sich Freiräume in der ländlichen Region Sachsen aneignen wollen. Ina Lorenz hat für einen lebendigen Einblick dieser Arbeit, zwei Frauen aus dem Infoladen Limbach-Oberfrohna e.V. mitgebracht. Diese soziale und politische Bildungsvereinigung begleitet Ina Lorenz nun schon seit einigen Jahren. Sie haben über ihre Erfahrungen eines fehlenden und schützenden Raumes in Limbach berichtet und wie sie ihren Verein aufgebaut haben. Alle Teilnehmenden waren sichtlich interessiert und haben die beiden mit vielen Fragen durchlöchert. 

Nach diesem ersten Teil gab es eine Mittagspause. Die Teilnehmenden versorgten sich bei Sonnenschein an einem alten Schiffscontainer direkt an der Alten Spitzenfabrik, welches zu einem Café umfunktioniert wurde. Das Café befand sich an einem Radweg, fünfzig Meter von der Mulde entfernt, sodass auch Radfahrer*innen aus der Umgebung vorbeikommen konnten und somit das selbstverwaltete Gelände auch über seine Grenzen hinaus bekannt wird.

Nach der knapp einstündigen Pause bestand die Möglichkeit sich an Thementischen auszutauschen. Besonderes Interesse gab es zu den Bereichen „Stärkung und Beispiele für Jugendbeteiligung“ und was die Aufgaben und Tätigkeiten eines Jugendrings sind.  Zum Abschluss gab es eine Führung durch die Alte Spitzenfabrik. Die Teilnehmenden erfuhren von der Geschichte des Gebäudes und dem Projekt „Dorf der Jugend“.  Die Alte Spitzenfabrik ist ein toller Veranstaltungsort, der leider von außen viel zu wenig genutzt wird. Das „Dorf der Jugend“ schafft eine für Jugendliche freiwillig nutzbare, offene, sowie attraktive Struktur der Kultur- und Jugendarbeit in Grimma und war somit der perfekte Ort für eine Veranstaltung, die Wege hin zu einer offenen, vielfältigen und solidarischen Gesellschaft sucht.

Es war ein gelungener Austausch und die kommenden Veranstaltungen werden genau so vielversprechend sein.

Von unserem Thementag hat Ramla, unsere frische FSJlerin berichtet.