Neues aus dem Stadtjugendring

40. Konferenz der Großstadtjugendringe: Digitalisierung der Jugendverbandsarbeit

Die diesjährige Konferenz der Großstadtringe fand vom 19.-20.03 statt. Wie im Vorjahr musste auch in diesem Jahr die Konferenz aufgrund der andauernden Corona Lage wieder als Online-Veranstaltung organisiert werden. Dennoch haben wir das Beste aus der Situation gemacht und so trafen sich ca. 50 Teilnehmende aus der ganzen Bundesrepublik vor ihren Rechnern.

Für uns Großstadtjugendringe ist die Konferenz das wichtigste überregionale Netzwerk. Bereits seit 1980 treffen sich die Großstadtjugendringe einmal jährlich zur Konferenz. Seit 1991 auch mit ostdeutscher Beteiligung. In Leipzig war die Konferenz zuletzt 1993 mit dem Thema Ehrenamtlichkeit in der Jugendverbandsarbeit zu Gast.

Freitag, der erste Konferenz Tag

Organisiert wurde die Konferenz von den Kolleg*innen des Jugendrings aus Essen, die uns zum Einstieg herzlich begrüßten. Dazu unterstützte und moderierte der AG-Geschäftsführer Achim Radau-Krüger aus Düsseldorf wie immer souverän und zielorientiert durch die ersten Tagesordnungspunkte. Der erste Tag lieferte einen spannenden kollegialen Austausch in verschiedenen Break-Out-Sessions. Die Hauptpunkte Finanzen, Kommunikation und Jugendbeteiligung in Bezug auch auf die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen wurden umfangreich bearbeitet. Besonders bereichernd war wieder der Austausch mit dem Deutschen Bundesjugendring und die somit aktuellen jugendpolitischen Informationen direkt aus Berlin. In diesem Jahr lag der Fokus auf der SGBVIII Novelle, der kommenden U18-Bundestagswahl und dem Thema Kinderrechten ins Grundgesetz. Im Anschluss daran, konnten sich alle im informellen Teil der Veranstaltung über aktuelle und anstehende Aktivitäten der Jugendringe und die kommenden U18-Bundestagswahlen informieren und austauschen und somit den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Samstag, der zweite Tag der Konferenz

Nach einer kurzen Begrüßung startete der zweite Teil der Konferenz in Austauschrunden zum Tagungsthema. In erneuten Break-Out Sessions diskutierten wir die Fragen: Wie leben wir Digitalisierung im Jugendring und wo sehen wir unsere Position als Jugendringe in 15 Jahren in dieser Entwicklung?

Gemeinsam ist allen Jugendringen, dass in den vergangenen Monaten ein erheblicher Digitalisierungsschub vollzogen wurde. Einigkeit gibt es darüber, dass weiterhin noch einiges zu tun ist. Auch die Grenzen von Digitalisierung wurden im Zuge dessen diskutiert.

Der darauffolgende Vortrag von Frau Prof. Rieckmann „Junges Engagement im digitalen Zeitalter“ gab einige spannende Informationen aus dem aktuellen dritten Engagement-Bericht (Engagement im digitalen Zeitalter) der Bundesregierung. Der Bericht ging der Frage nach, welche Rolle Digitalisierung im Engagement junger Menschen heute annimmt. Veröffentlicht wurde der Bericht Mitte 2020, die Befragungen stammen somit aus der Vor-Corona Zeit 2019. Spannend wäre hier sicher auch eine zeitnahe Nachfolgestudie, die die Entwicklungen der letzten Monate vergleichend reflektieren würde.

Nach einer kurzen Stärkung in der Mittagspause ging es in die Workshopphase.

Insgesamt standen 4 Themen zur Auswahl:

  • Workshop 1: "Digitale Beteiligung" am Praxisbeispiel adhocracy"
  • Workshop 2: "Politischer Auftrag der Jugendringe im Zuge der Digitalisierung"
  • Workshop 3: "Datenschutz in der Jugendverbandsarbeit"
  • Workshop 4: "Chancen und Risiken der Digitalisierung"

Im letzten Teil wurden dann noch verschiedene organisatorische und inhaltliche Fragen der Arbeitsgemeinschaft diskutiert und geklärt. Themen waren: die neue Webseite der AG, unsere Beteiligung am deutschen Jugendhilfetag, der Jugendarbeitskongress im September und aktuelle und zukünftige gemeinsame Positionierungen der Großstadtjugendringe.

Für uns war es wieder ein spannender Austausch mit Kolleg*innen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die digitale Umsetzung der Konferenz hat sehr gut funktioniert. Ein besonderer Dank geht dafür an unsere Kolleg*innen aus Essen. Trotz einer guten Konferenz hoffen wir im kommenden Jahr 2022 dann, nach zwei digitalen Konferenzen, auch wieder gemeinsam an einem Ort tagen zu können.

Wer und was ist die „AG Groẞstadtjugendringe“

Aus einem seit 1980 jährlich durchgeführten Treffen einiger Jugendringe großer Städte hat sich Ende der 80er Jahre die Arbeitsgemeinschaft der Großstadtjugendringe Deutschlands (im weiteren AG genannt) entwickelt. Die AG trifft sich jährlich zu einer dreitägigen Konferenz im Frühjahr und zu einem eintägigen Arbeitstreffen im Herbst. Außerdem finden ca. alle drei Monate digitale Austauschtreffen statt. Bei Bedarf werden Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen gebildet.

Die AG dient dem gegenseitigen Austausch der beteiligten Jugendringe sowie der Diskussion von Themen, die einer intensiven Auseinandersetzung bedürfen. Im Mittelpunkt steht dabei der professionelle Erfahrungsaustausch über die aktuelle Arbeit der Großstadtjugendringe sowie die Bearbeitung gegenwärtiger und für die Zukunft relevanter jugendpolitischer Themen unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabenstellungen in großen Kommunen.

Die AG äußert sich zu Themen, die ein breites Interesse in der Arbeit der beteiligten Jugendringe einnehmen. Zu veröffentlichende Aussagen werden so prägnant entwickelt, dass sie von bundesweiter Bedeutung sind. Sie richten sich an die jugendpolitischen Akteur*innen mit erheblichem Einfluss (insb. Deutscher Städtetag und Deutscher Bundesjugendring) und an die Fachöffentlichkeit.