Jugendpolitik News

Besonders Jugendliche leiden unter den öffentlichen Einschränkungen

Laut der bundesweiten Studie „JuCo” vermissen sie besonders den Kontakt zu Freunden und eine planbare Gestaltung ihrer Freizeit. Die Politik muss hier nachsteuern.

Über die Hälfte der befragten Jugendlichen der »„JuCo“ Studie (PDF, 360 KB) geben an, dass sie mit der Stimmung Zuhause zufrieden sind, sich eine Person um sie kümmert und ihnen bei Problemen hilft. Deutlich unzufriedener sind die jungen Menschen laut den Ergebnissen des Forschungsteams der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt, über die fehlenden Kontaktmöglichkeiten zu Freundinnen und Freunden. Bisher waren für sie die Kontakte außerhalb der Familie zu Gleichaltrigen vollständig bis stark eingeschränkt.

Fehlende Sozialkontakte machen uns das Leben schwer

Besonders Jugendliche empfinden soziale Kontakte als großen Anteil an ihren Leben. Den größten Teil ihrer Zeit verbringen sie im öffentlichen Raum, mit Freunden in der Schule, beim Sportverein oder im Offenen Freizeittreff. Die Kontaktbeschränkungen sind für Jugendliche daher besonders belastend. Die Studie stellt fest, dass trotz guter sozialer Beziehungen der Jugendlichen, sich Einsamkeit, Verunsicherung und Überforderung ausbreitet. Jugendliche können zwar in einem höheren Maße digital Kontakt zueinander halten, doch auch für sie ist das herausfordernd und unbefriedigend.

Planungssicherheit für eine selbst gestaltete Freizeit

Die öffentlichen Diskussionen um die Öffnung der Schulen haben einen großen medialen Raum eingenommen, stellen aus Sicht der Jugendlichen allerdings nur einen Ausschnitt aus der Vielfalt der Orte dar, an denen sie ihren Alltag verbringen. Die Studie zeigt, dass in der Priorität der Lockerungen, der Wunsch nach sozialen Kontakten von Jugendlichen zu wenig berücksichtigt wurde, das bedeutet für die Zukunft, dass Orte wie Jugendverbände und Offene Freizeittreffs, sowie Bolz- und Basketballplätze für junge Menschen mehr Priorität erhalten und nicht bei einem Anstieg der Ansteckungsgefahr als erstes wieder schließen dürfen. Jugendliche brauchen jetzt Planungssicherheit für eine selbst gestaltete Freizeit.