Aktuelles aus der kommunalen Jugendpolitik

Beschluss über die Fachförderrichtlinie Jugendförderung vertagt

Der Entwurf der Fachförderrichtlinie konnte vor der Sommerpause nicht mehr im Jugendhilfeausschuss (JHA) abschließend diskutiert und beschlossen werden. Deshalb wird die Debatte erst im Spätsommer wieder aufgenommen. Da der JHA die Förderung für 2018 bereits im Februar 2017 mit beschlossen hat, ist dies für die freien Träger verkraftbar, da sie erst in 2018 wieder regulär Förderanträge stellen müssen.

Hintergrund
Im letzten Jahr ist die Rahmenrichtlinie für Förderungen an außerhalb der Stadt stehende Stellen überarbeitet worden. Die alte Richtlinie entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Mit der Neuen sollten mehr Planungssicherheit für Träger, die Möglichkeit einer mehrjährigen Förderung und konsequenter Bürokratieabbau erreicht werden. Zum Teil ist das gelungen. Nach Beschlussfassung im Stadtrat müssen dann innerhalb eines Jahres auch alle Fachförderrichtlinien entsprechend angepasst werden.

» Im Ratsinformationssystem der Stadt Leipzig über die geplante Neufassung informieren


Integrierte Jugendhilfeplanung (INSEK) auf den Weg gebracht

Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen, dass Leipzig eine Integrierte Jugendhilfeplanung bekommt. Die Änderungsvorschläge, die der SJR eingebracht hat, wurden von Vielen als bereichernd empfunden und fast alle im jetzt beschlossenen Papier umgesetzt.

Welche Änderungen ergeben sich aus dem Beschluss?

  • Die Jugendhilfeplanung in Teilfachplänen (HzE, Erziehungs- und Familienberatung und Jugendförderung) wird aufgehoben und bündelt sich in einem einzigen Fachplan. (Wer Chroniken liebt: So ist Leipzig schon einmal 1997 in den ersten Jugendhilfeplanungsprozess unter Dr. Schmidt und C. Grunert-Feller gestartet.)
  • Die Abstimmung mit den bildungspolitischen Leitlinien soll erfolgen.
  • Der neue Plan soll Planungssicherheit und Orientierung geben und wird als strategisches Steuerungsinstrument angelegt sein.
  • Die freien Träger der Jugendhilfe bzw. die kommunalen Leistungserbringer sollen über entsprechende Beteiligungsstrukturen in den Prozess der Erarbeitung der Jugendhilfeplanung einbezogen werden, genauso wie
  • die Betroffenen selbst, also Kinder, Jugendliche und junge Familien bzw. deren Interessenvertreter.

Festgehalten wird an der konsequenten sozialräumlichen Ausrichtung der Planung und der Angebote. Die damit avisierten Wirkungen sollen indikatorengestützt beschrieben werden. Der zeitliche Rahmen der Erarbeitung ist bis Dezember 2018 vorgesehen. Es gibt zwei extern unterstützende Partner (KGST und HTWK). Über den Stand der Erarbeitung werden sowohl der Jugendhilfeausschuss als auch der Unterausschuss Jugendhilfeplanung halbjährlich informiert. 

» Der Beschlusstext der Integrierten Jugendhilfeplanung zum nachlesen! (PDF)

Integrierte Jugendhilfeplanung

Zum Konzept der Neuausrichtung der Integrierten Jugendhilfeplanung hat der Stadtjugendring Leipzig e.V. ein Statement erarbeitet, dass am 27. April im Hauptausschuss von den Mitgliedern bestätigt wurde.

» Hier das Statement zur Integrierten Jugendhilfeplanung nachlesen! (PDF)


Fachkräfte der offenen Kinder- und Jugendarbeit melden sich zu Wort

Vor einiger Zeit befasste sich der Jugendhilfeausschuss mit der Studie „Jugend in Leipzig 2015“. Eine Arbeitsgruppe aus Fachkräften der offenen Arbeit hat sich in den letzten Wochen in Kooperation mit dem Stadtjugendring Leipzig e.V. und dem DBSH Sachsen intensiv mit den Aussagen der Studie beschäftigt. Die jetzt erschienene Positionierung dazu findet sich im Anhang. Damit wollen wir die Debatte um  eine aus unserer Sicht wichtige und beachtenswerte Facette erweitern.

Wir begrüßen die Investitionen in Kita- und Schulbau vor dem Hintergrund wachsender Bevölkerungszahlen. Genauso legitim erscheint uns auch der Hinweis, dass das Engagement hier nicht aufhören kann. Unter dem Aspekt des Baubooms und der weiteren Erschließung freier Flächen, werden die Räume für Jugendliche enger und enger. Bisher ist uns nicht bekannt, dass das Netz an offenen Jugendfreizeitangeboten erweitert werden soll. Es war in den letzten 15 Jahren bereits schwierig alternative Standorte für Jugendtreffs zu finden. Wie soll das erst werden, wenn die Stadt noch dichter besiedelt ist, man es jetzt aber nicht mitdenkt? In diesem Sinne hoffen wir auf eine breite Diskussion des Papiers und die Unterstützung von Ihnen.

Das » komplette Positionspapier, die vollständige » Pressemitteilung und die » Studie „Jugend in Leipzig 2015“ sind hier herunterladbar.


Fördervorschlag zur Finanzierung Freier Träger der Jugendhilfe 2017/18 beschlossen (Förderkonzept)

Am 08.08.2016 beschloss der Jugendhilfeausschuss das Förderkonzept für den Zeitraum 2017/18 als Grundlage für die Verteilung der Fördermittel an freie Träger. Prinzipiell wurde das Modell aus dem Vorjahr fortgeschrieben. 

Das Konzept unterteilt den Förderetat und damit die Angebote in stadtweite und planungsraumbezogene Leistungen. Für die stadtweiten Angebote ist aufgrund dieses Modells erkennbar, welche Leistungsbereiche bei zu wenig Etat demnächst gekürzt werden. Zum Erhalt der Angebotsvielfalt gibt es die Einschränkung, dass in jedem Leistungsbereich mindestens ein Angebot erhalten bleiben muss. Welches Angebot dies sein wird, ist nicht konkret definiert. 

» Förderkonzept 2016 (ausführliche Version)

» Rechtsgutachten HTWK Leipzig zum Förderkonzept 2015

» Förderkonzept 2017/18