Jugend 89 trifft Jugend 09

Friedliche Revolution und Montagsdemonstrationen

Im Jahr 2009 jährte sich das Ereignis der friedlichen Revolution zum 20. Mal. Die Ereignisse überschlugen sich in den Herbstmonaten 1989. Aufgrund des spürbaren Drucks der Unzufriedenheit der DDR-Bürger beschloss das SED-Politbüro ein neues Ausreisegesetz zu erlassen. Daraufhin drängten noch am gleichen Abend Tausende von Ost-Berlinern nach West-Berlin. Kurz vor Mitternacht öffneten sich die ersten Schlagbäume an der Mauer.

Mit den Montagsdemonstrationen hat die Leipziger Bevölkerung maßgeblich an der politischen Wende mitgewirkt. Leipzig ist somit ein wesentlicher „Gedenk-Ort“. Burkhard Jung, seines Zeichens Oberbürgermeister von Leipzig, schreibt im zweiten Bericht seiner Amtszeit, dass der 9. Oktober 1989 ein zentrales Datum in der deutschen Geschichte ist und sein muss. Jener gewaltfreie Aufstand, der Ausgangspunkt für den Sturz des SED-Regimes, die deutsche Wiedervereinigung und, nicht zu vergessen, ein blockfreies Europa war, darf nicht in Vergessenheit geraten. Wie u.a. eine Studie der FU Berlin belegt, wissen viele Jugendliche und junge Erwachsene, die erst nach der Wende geboren wurden, sehr wenig über diesen Teil der Deutschen Geschichte. Nicht zuletzt aus diesem Grund fordern Vertreter unterschiedlicher Parteien den Themenfeldern deutsche Teilung, SED-Regime und Friedliche Revolution mehr Platz im Bildungswesen einzuräumen. Dabei ist eine lebendige Geschichtsvermittlung erforderlich, die auch Gedenkstättenbesuche und Zeitzeugenbefragungen einschließt.

Und was machst du so montags?

Das Projekt unter dem Motto „Und was machst Du so montags?“ hat dies aufgenommen indem es Jugendliche und junge Erwachsene des Jahres 2009 mit Zeitzeugen zusammenbrachte, die in der Wende 1989  Jugendliche waren. Gemeinsam im Dialog über 20 Jahre Friedliche Revolution, über Erwartungen, Wünsche, Werte an das Leben. Wobei das Thema nicht nur durch Wissensvermittlung rein geschichtlich bearbeitet werden sollte, sondern emotional auf der Erlebensebene und dem gemeinsamen Verstehen ansetzt. Das Projekt stellte den realen Bezug zur heutigen Gesellschaft, zu Wertigkeit von Demokratie und Freiheit und somit den Grundwerten unseres Staates her. Wichtige methodische Grundlagen bestanden dabei in den persönlichen Anknüpfungspunkten, die die Jugendlichen erhielten. Nicht Experten erklärten, wie es geht, sondern ein gleichberechtigtes Nachdenken über Handlungsperspektiven in unserer Gesellschaft wurde angezielt. In diesem Sinn konnte das Projekt einen wichtigen Beitrag zu Demokratieerziehung und Partzipation leisten.

So lief das Projekt ab

In der Vorbereitungsphase wurde ein Team aus den Projektträgern, Zeitzeugen, Vertreter des Schulwesens (Bildungsagentur) und Jugendlichen/jungen Erwachsenen gebildet. Das Team wurde professionell begleitet von Frau Beck, Methoden- und Kommunikationstrainerin, die bei allen Vorbereitungstreffen anwesend war und auch einen Teil der Durchführung des Projekttages übernahm.

Der Höhepunkt des Projektes "20 Jahre friedliche Revolution" war der Aktionstag. Hier trafen alle Beteiligten erstmals aufeinander, traten gemeinsam eine "Zeitreise (PDF)" an und sprachen über folgende Fragestellungen: Was war (ist) für mich wichtig?,  Was/wer begleitete (begleitet) mein Leben?, Welche Fragen hatte (habe) ich an mich/Eltern/Schule?. In moderierter Form wurden die Erfahrungen ausgetauscht. Dabei kamen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Sicht auf die Gesellschaft und die damit verbundenen Werte zwischen den „Jahrgängen“ 1989 und 2009 zur Sprache. Anschließend entwickelten sich mit der Methode des „World Cafés“ Gespräche zwischen Zeitzeugen und Jugendlichen. Anhand vorgegebener Fragestellungen entwickeln die Gruppen gemeinsam Ideen für die aktive Gestaltung von und Beteiligung an politischen und gesellschaftlichen Prozessen. Am Ende des Projekttages wurden im Plenum die Ergebnisse zusammengetragen und dokumentiert.

Eindrücke