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| Geschrieben von: Thea |
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Meine Projekttage mit den Schülern der Ruth-Pfau-Schule
In einer Dienstberatung vor Weihnachten erfuhr ich von einem Mail-Schriftwechsel zwischen meiner Chefin und einer Lehrerin vom BSZ für Gesundheit und Soziales, die mit einer Klasse im Rahmen einer Projektwoche einen Tag zum Thema Ehrenamt gestalten wollte und dafür auf die Unterstützung des Stadtjugendrings hoffte. Ziel war es, dass die Schüler sich zuerst theoretisch mit dem Thema auseinandersetzen und anschließend Einrichtungen besuchen sollten, in denen ehrenamtlich gearbeitet wird, um einen kleinen Einblick in die Praxis zu erhalten und sie für eine freiwillige Tätigkeit zu motivieren. Ich wurde in der Dienstberatung mit der Aufgaben betraut, einen Vortrag zum Thema zu erarbeiten, um dann den Schülern einige grundlegende Informationen vermitteln zu können. Meine Reaktion war im ersten Moment ein eher langgezogenes "okay" , was einerseits Bereitschaft und gleichzeitig Zweifel ausdrücken sollte. Ich freute mich sehr über eine Aufgabe, bei der ich mit Jugendlichen in Kontakt kommen konnte, allerdings war ich mir nicht sicher, ob ich das in der Kürze der Zeit (DB war am 12.12 und die Projektwoche sollte vom 09. - 13. Januar stattfinden. Also knapp ein Monat abzüglich der Zeit zwischen dem Beginn der Betriebsruhe am 22.12. und dem Arbeitsstart im neuen Jahr am 03. Januar. Also nicht sooo viel, wenn man sich mit den theoretischen Grundlagen hinter dem Phänomen "Ehrenamt" noch nie beschäftigt hat.) und mit einem Mangel an Informationen und Kompetenzen so gut hinbekommen würde. Ich will es nicht übertreiben. Ich lebe ja noch und im Prinzip waren es auch nur ungefähr 2 Stunden Vortrag und ein bisschen Organisation rundherum. Trotzdem war diese Erfahrung überaus spannend. Ich hab mich bei der Erstellung auf mein Anfängerglück verlassen ( - alles zusammengezählt war das der 2. ZIM, den ich je geschrieben habe) und ein paar Sachen eingetragen, die gewünscht waren oder mir spontan eingefallen sind... und so schlecht bin ich damit gar nicht gefahren. Gunnar und Chefin haben mir dann gesagt, wo man etwas ändern könnte oder was man noch ansprechen sollte und dann habe ich angefangen, Material zu sammeln, zu lesen, zu sortieren bis auch die inhaltliche Unterfütterung größtenteils stand. Ungünstig war vor allem, dass Frau Graf seit Silvester krank war und sich die Möglichkeiten für Absprachen sehr in Grenzen hielten. Auch Frau Fiedler, die Lehrerin der Berufsschüler, war aufgrund einer Weiterbildung nicht zu erreichen. Blieben nur noch Gunnar und ich. Vor allem bei der Planung und Kommunikation mit den Einrichtungen, die wir besuchen wollten, hat er mir vieles abgenommen. Was alles noch fehlt oder bedacht sein muss, fällt einem natürlich immer erst wenige Tage bevor es ernst wird ein und so kam es, dass ich einiges zu Hause aufholen musste, was mich ein bisschen an die Schulzeit zurück erinnerte: Power-Point-Präsentationen basteln, Notizkärtchen schreiben, bis spät in den Abend an diesem Kram sitzen und in Panik geraten, weil man das doch niemals bis zum nächsten Tag in sein Köpfchen bekommt und alles schief gehen wird. Am 09. Januar war es dann so weit. Ich bin schön zeitig aufgestanden und hatte eine Liste, mit allen Dingen, die noch vor dem Eintreffen der Schüler erledigt werden mussten. Eigentlich ganz gut aufgestellt. Allerdings hatte ich dabei nicht mit meiner eigenen Blödheit gerechnet. Schon in der Straßenbahn auf dem Weg zum Büro beschlich mich eine böse Vorahnung, die dann im Treppenhaus des Vereinshauses in der Dresdner Straße traurige Gewissheit wurde: Schlüssel zu Haus liegen gelassen. Gerade an einem solchen Tag! Zwar war ich daraufhin total verzweifelt (auch wegen der still-to-do-Liste, mit der ich mir zuvor Strukturiertheit und somit Sicherheit vorgegaukelt hatte), aber ich versuchte dennoch die Zeit sinnvoll zu nutzen und mir meine Notizen noch mal anzusehen. Allerdings saß ich keine 5 Minuten auf der Treppe, als Gunnar kam und mich rettete - sprich: die Tür aufschloss. Ich war wirklich froh, dass er so vorbildlich pünktlich erschienen war und mir dann auch tatkräftig sowie seelisch und moralisch zur Seite stand. Die ersten Schülerinnen waren überpünktlich und auch der Rest ließ nicht allzu lang auf sich warten, sodass wir pünktlich beginnen konnten. Allgemein war ich überrascht und zugleich froh, dass wir immer recht gut im Zeitplan lagen. Da kann man sich ja beim Erstellen eines solchen in der Theorie und ohne Erfahrungswerte nie so sicher sein. [Kleines persönliches Highlight - es war ein bekanntes Gesicht dabei!] Die Aktivierungsübung, bei der sich alle stumm und ohne abzurutschen auf Stühlen nach ihren Anfangsbuchstaben ordnen mussten, hat gut geklappt und für ein Lächeln in den müden Montag-Morgen-Gesichtern gesorgt und auch die Erwartungs- und Erfahrungsabfrage war sehr ergiebig. Es folgte mein kleines Referat zu den Grundlagen des Ehrenamtes: Ursprünge, Begriffsdefinition, Wandel, Bedeutung, Rechtliches und ein bisschen Statistik. Interessant war auch zu sehen, wie die Schüler das klassische Ehrenamt von Begriffen wie FSJ, Praktikum oder bürgerschaftlichem Engagement abgrenzen. Anschließend gingen wir endlich zum praxisnäheren Teil des Tages über. Mit der Straßenbahn fuhren wir zum Hauptbahnhof und schauten uns die Räume der Bahnhofsmission an. Außerdem bekamen wir die Arbeitsweise der Einrichtung erklärt und wurden über die Tätigkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeiter informiert. Nach einer ausgiebigen Mittagspause trafen sich alle beim Ronald McDoland Haus, wo es noch praktischer wurde. Da am nächsten Tag ein großes Fest im Haus stattfinden sollte, wurden wir als (mehr oder weniger) freiwillige Helfer für kleine Reinigungstätigkeiten eingesetzt. Nach einer kurzen Erläuterung zur Entstehung und dem Zweck der Ronald McDonald-Häuser teilten wir uns in 3er-Gruppen und machten uns an die Arbeit. Ich hatte mit den einzigen beiden Herren der Gruppe ziemlich viel Spaß und war beeindruckt von den Standards der Einrichtung. Als alles schön sauber war, verabschiedeten sich die Schüler mit einer Spende, die sie durch einen Kuchenbasar erwirtschaftet hatten und wir kehrten zum Stadtjugendring zurück, wo der zweite Theorieteil wartete. Allerdings ging es dabei weniger um die bloße Vermittlung von Wissen, sondern vielmehr um die Übertragung auf eine persönliche Ebene: Was sind Motive für ehrenamtliches Engagement? Welche Bedingungen wünschen sich Jugendliche als Voraussetzung? Wie schätzen sie die Bedeutung des Ehrenamtes ein und was bringt es den Freiwilligen selbst? Die kurze Feedbackrunde am Schluss nach dem Koffer-Mülleimer-Fragezeichen-Prinzip verdeutlichte, dass das Regenwetter und die Putz-Aktion nicht so gut angekommen sind. Das fand ich allerdings ganz beruhigend, weil beide Kritikpunkte nicht durch mich verursacht waren und so die Rückmeldungen für mich überwiegend positiv blieben.
Die zweite Runde am Donnerstag war noch mal ein wenig entspannter, weil ich ja nun in etwa wusste, wie es lief und auch die Gruppe sehr nett und offen war. Der Tagesplan war außerdem ein bisschen umgestellt worden, weil wir diesmal das Zentrum für Integration besuchten und nicht die Bahnhofsmission. So kam es, dass fast die komplette Theorie am Morgen abgehandelt wurde und ich somit den Rest des Tages sehr entspannt begleiten konnte. Wir liefen gegen Mittag (vorerst ohne die verschwundene Frau Fiedler) zum Ronald McDonald Haus, wo wir das sauber machten, was die Partygäste hinterlassen hatten, dafür aber auch mit der übrig gebliebenen Torte belohnt wurden. Anschließend ging es mit dem Bus zum ZFI, wo wir ausführlich über die Arbeit der Einrichtung informiert wurden und die Drogenproblematik kurz anschnitten. Ich möchte nun im Februar das Projekt auswerten und Ideen für eine Weiterführung sammeln. "Fortsetzung folgt!" - würde ich sagen. ; ] |